Reisen


Im Alpenvereinsheft Panorama haben wir das Angebot für eine 1-wöchige Türkeireise vom Reiseveranstalter RSD Reise Service Deutschland zum Preis von 149,00 EUR entdeckt. Darin enthalten ist der Hin- und Rückflug München – Izmir, 7 Hotelübernachtungen mit Frühstück und eine Rundreise im Bus mit einem deutschsprachigen Reiseführer. Da konnten wir nicht widerstehen.

Montag, 08.11.2010

Wir starten um 17.45 Uhr in München und erreichen Izmir gegen 21.25 Uhr. Der Flieger ist bis auf den letzten Platz voll mit Menschen, die die gleiche Reise gebucht haben. Meist handelt es sich um die Altersklasse 60-75 Jahre.

In Izmir werden wir bereits von der dortigen Reisegesellschaft ITM erwartet und auf 4 große Mercedes-Busse aufgeteilt. Diese bringen uns in einer guten Stunde zum Palmin Hotel in Kusadasi. Im Bus hat unser Reiseleiter Hüseyin bereits erste Informationen gegeben, u.a. hinsichtlich der optionalen Reisepakete. Ausser uns entscheidet sich der gesamte Bus für das „All-Inklusiv-Paket“ mit Führungen, Eintritten, Busfahrt nach Didyma-Milet-Priene, Troja und Sirince, Mittag- und Abendessen für zusätzlich 199,00 EUR. Wir wollen stattdessen wenigstens teilweise auf eigene Faust losziehen.

Die Hotelzimmer sind schnell verteilt. Ein schönes, großzügiges Zimmer mit Ausblick auf den Pool wartet auf uns.

Dienstag, 09.11.2010

Die Gruppe fährt mit dem Bus nach Didyma, Milet und Priene. Wir heben uns das „Steine anschauen“ für später auf und marschieren stattdessen nach Kusadasi. Auf dem langen Weg entlang des Wassers stoßen wir immer wieder auf abgetrennte Siedlungen, die in sich geschlossen sind und meistens nur einen Zugang haben. Auf der Suche nach dem Weg verirren wir uns immer wieder darin. Bevor wir die Innenstadt erreichen, besuchen wir noch das Castell auf einer vorgelagerten Halbinsel.

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Dank der „Off-Season“ sind nur wenige Touristen unterwegs. Die türkischen Händler sind wenig aufdringlich. Zu Mittag essen wir Fisch im Ali Baba am Hafen. Wir vereinbaren einen Preis von 60 TL. Anfangs befürchten wir, mit einer Vorspeise abgefertigt zu werden, aber dann kommt als Hauptgericht doch noch der eigentlich bestellte Fisch.

turkei-077.JPGturkei-082.JPGturkei-084.JPGturkei-089.JPGturkei-097.JPGturkei-101.JPGturkei-106.JPGPalmin Hotel Kusadasi

Auf dem Rückweg zum Hotel schlendern wir die Gassen bergauf zur Statue von Atatürk. Irgendwann wird es uns aber unheimlich – hier wohnen eindeutig ärmere Familien in heruntergekommenen Häusern. Außerdem führt der Weg nicht weiter – und so steigen wir wieder hinunter und treffen erneut auf ein abgesperrtes Wohnviertel. Ein Polizist bewacht den Eingang, er winkt uns aber und bedeutet uns, dass wir über das Grundstück zur  Haupttraße gehen dürfen. Anscheinend wohnt hier der Bürgermeister.

Nach unserem 7-stündigen Erkundungsmarsch kommen wir müde ins Hotel zurück. Hunger haben wir keinen und so verspeisen wir einige Kekse als Abendessen.

Mittwoch, 10.11.2010

Die gesamte Gruppe verlässt das Hotel um 8.00 Uhr und fährt mit dem Bus nach Izmir. Aufgrund des Gedenkens an den Todestag von Atatürk ist der geplante Busstop im Zentrum nicht wie vorgesehen möglich. Kurzerhand hält der Busfahrer in der Nähe vom Hafen und lässt uns aussteigen. Wir spazieren quer durch die Innenstadt, schauen um und kaufen ein (Feuerwehrauto für 70 TL). Nach 2 Stunden treffen wir uns wieder am Bus und fahren weiter nach Bergama. Dort wartet für die Pauschalurlauber ein Mittagessen in einem Restaurant am Stadtrand. Wir beschaffen uns Wasser am Kiosk und machen einen kleinen Spaziergang.

Atatürk-GedächtnisModerne Türkinnenturkei-118.JPGturkei-124.JPGturkei-128.JPGturkei-130.JPGturkei-131.JPGturkei-137.JPG

Mit Taxen geht es hinauf zur Ausgrabungsstätte Pergamon. Früher sind auf dieser Straße die Busse hinaufgefahren, dann wurde aber auf mysteriöse Weise eine Seilbahn gebaut und die Zufahrt über die Straße gesperrt. Doch Taxen können über eine steile Stichstraße im Ort die Blockade umgehen. Die Reiseleiter haben sich darauf verständigt, auf diese Weise die ominöse Seilbahnfahrt zu boykottieren.

Wir erkunden auf eigene Faust diese großartige Ausgrabungsstätte oben auf dem Gipfelplateau eines einzelstehenden Kegelberges (Eintritt 20 TL). Durch diese einmalige Lage konnte damals die gesamte Umgebung kontrolliert werden. Nicht herausbekommen haben wir, wie das Wasser  in die Anlage hinauf befördert wurde. Auf der Rückseite des Berges befindet sich schließlich ein großer See. Wir machen Brotzeit im antiken Theater. Die Gruppe bekommt eine Führung durch Hüseyin.

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Der Bus bringt uns weiter nach Norden zum Halinc Park Hotel in Ayvalik.

Donnerstag, 11.11.2010

Wieder erwartet uns ein freier Tag. Die Gruppe fährt nach Troja. Dieser Ausflug erscheint uns überflüssig. Unser Reiseführer bemerkt dazu, dass die Türken über die Begeisterung der Deutschen für Troja lächeln, denn es ergibt erheblich interessantere Ausgrabungsstätten zu besuchen.

Nach dem üblichen Frühstücksbüffet spazieren wir vom Hotel, das außerhalb von Ayvalik auf einer Insel liegt, über den Damm und laufen entlang der Küste zur Stadt. Bald begegnen wir Frauen, die sehr festlich und farbenfroh gekleidet, einem bestimmten Punkt zustreben. Wir folgen ihnen und kommen auf diese Weise zum Markt. In den engen und verwinkelten Gassen mit vielen alten Häusern sind Stand an Stand aufgebaut und die Menschen schieben sich dazwischen hindurch. Niemand hat was dagegen, dass wir fotografieren, im Gegenteil sind eine junge Mädchen sehr erfreut und stellen sich zum Fotografieren in Pose.

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An der Uferpromenade essen wir in einem Locanta Köfte (Fleischpflanzerl) und Sardinen für 15 Lira.

Zurück zum Hotel geht es wieder zu Fuß. Dabei kaufen wir noch Vesper ein, die wir am Balkon verzehren.

Freitag, 12.11.2010

Ein langer Fahrtag nach Süden und ein Besuch in der Teppichfabrik stehen heute auf dem Programm. Passenderweise regnet es eh heftig. Der Besuch in der Teppichfabrik bei Bergamo gestaltet sich als regelrechte Show. Einer der Geschäftsführer erläutert die Teppichherstellung, einschließlich der Seidengewinnung und gibt Informationen über Kosten, Gehälter usw. Danach stürzen sich die Verkäufer auf die interessierte Käuferschar aus Deutschland. Wer Interesse zeigt, wird von einem halben DutzendVertriebsgenies abwechselnd bearbeitet.

Schließlich entkommen wir – ein armenischer Teppich hat es uns aufgrund seiner Farben angetan – aber eine Entscheidung über 4.000 Euro innerhalb weniger Minuten möchten wir nicht treffen. Im bereits bekannten Restaurant gibt es Mittagessen für die Gruppe, für uns ist es eine Brotzeit im Bus.

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Weiter geht es zum Hotel Grand Belish in Kusadasi. Auf Nachfrage und eigene Kostenbeteiligung (25 TL pro Person)  können wir uns ebenfalls an dem reichhaltigen und schmackhaften Büffet laben.

Samstag, 13.11.2010

Mit dem Besuch von Ephesus steht heute ein Höhepunkt auf dem Programm. Der Bus fährt über die landschaftlich interessante Strecke über die Berge und nicht über die Schnellstraße nachr Selcuk. Wir kommen an einem Eisenbahnmuseum in Calmik vorbei, das nach Aussage unseres Führers das größte seiner Art in Europa ist. Danach fahren wir an einem Äquadukt vorbei, bevor wir Ephesus erreichen.

Die Zeit in Ephesus ist eigentlich viel zu kurz. Die verschiedenen Gebäude, Tempel, Prachtstraßen, Celsus-Bibliothek, das Theater und eine christliche Kirche erinnern uns an Petra in Jordanien. Wir sind froh, dass sich die Touristengruppen in Grenzen halten, so können wir die Atmosphäre dieser antiken Hochstätte besser aufnehmen.

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Nach einem Mittagessen wirds einkaufsmäßig. Zuerst geht es zur Schmuckfabrik Galata. Das Unternehmen beschäftigt 1.400 Angestellte insgesamt und hat ca. 100 Filialen. Wieder zeigt sich das Verkaufstalent der Türken. Dieses Mal wird das IKEA-Prinzip mit dem Weg durch die Verkaufsräume angewendet – zuerst der teuerste Schmuck, dann wird es zunehmend billiger und für diejenigen, die sich überhaupt nicht überreden lassen, wartet ein Touristenshop und eine Cafeteria mit einer kessen Türkin, die über  berlinerische Schnauze verfügt.

Das Einkaufen geht weiter in einer Lederfabrik. Hier wird teilweise kräftig eingekauft. Mancher Teilnehmer spricht zwar von einer Kaffeefahrt, aber erstens waren die 3 Einkaufsausflüge im Programm angekündigt und zweitens sind einige durchaus interessiert, Schmuck und Lederwaren zu erstehen.

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Im Hotel wartet wieder ein Büffet. Wir machen noch einen Strandspaziergang und treffen auf einen deutschsprechenden Restaurantbesitzer, dem wir versprechen, morgen bei ihm zu essen.

Sonntag, 14.11.2010

Die Nacht über haben uns die Mücken wach gehalten. Bei mir waren sie sehr erfolgreich – überall bin ich zerstochen.

Nach dem gestrigen Einkaufstag steht nochmals ein Ausflug für die Pauschalreisenden auf dem Programm: das Bergdorf Sirince. Wir nutzen den Tag, um entlang des Strandes bis zum Dilek-Yarumadasi-Nationalpark zu wandern. Der ganze Strand, ca. 10 km, wird von Ferienhäusern besiedelt. Es sind Geisterstädte, denn außerhalb der 3-4 Monate in der Ferienzeit sind praktisch alle Häuser unbewohnt. Außerdem stehen alleine in dieser Region 18.000 Stadthäuser zum Verkauf.

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Am Eingang des Nationalparks kehren wir um. Bei dem Türken essen wir noch Salat und trinken Tee und fragen den Restaurantbesitzer aus. Nach einer Pause im Hotel kehren wir wieder dorthin zurück, um wie versprochen, Fisch und Köfte zu essen.

Montag, 15.11.2010

Ich mache vor dem Frühstück einen Morgenlauf am Strand. Es ist bereits ziemlich schwül. Nach der Stärkung nutzen wir noch die Zeit für einen Strandspaziergang, auch die Gruppe vertreibt sich die Zeit am Strand. Um 1/2 12 Uhr ist Aufbruch nach Izmir, um das Flugzeug um 15.00 Uhr zu erreichen. Planmäßig erreichen wir München um 16.45 Uhr.

Fazit:

  • Wer auf preiswerte Weise, ein Stück Türkei, in diesem Fall die Westtürkei, kennenlernen will, sollte nicht zögern, dieses Angebot zu nutzen
  • RSD ist natürlich interessiert, das Zusatzpaket über 199,00 EUR zu verkaufen. Dieses wird von mindestens 95 % auch genutzt. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, nur das Grundpaket zu buchen und dadurch aus einer Gruppenreise eine „halbe“ Individualreise zu machen. Man sollte dann aber immer mit etwas zum Essen und zum Trinken vorsorgen, da die fest gebuchten Lokale nicht auf Gäste eingestellt sind, die nicht pauschal gebucht haben
  • RSD gibt sich viel Mühe. Unser Führer hat uns eine Menge über die Türkei erzählt und sich dabei auch kritisch geäußert
  • Für eine Bildungsreise sind die Verkaufsaktionen unserer Meinung nach etwas übertrieben, wenngleich informativ. Ein Verkaufsbesuch weniger, und stattdessen ein Besuch im Eisenbahnmuseum oder ein längerer Aufenthalt in Izmir oder Selcuk hätte uns besser gefallen. Aber die Interessen sind natürlich nie gleich und bei diesem Preis-Leistungsverhältnis ist das Interesse am Verkauf türkischer Produkte verständlich

Wissenswertes über die Türkei:

  • 2 1/2 mal so groß wie Deutschland
  • 41 Mio. Einwohner, 20 Mio. in Istanbul, 4 Mio. in Izmir (drittgrößte Stadt), 60 % leben in Städten
  • Mittlerweile 2 Mio. Türken aus Deutschland zurück in der Türkei, größtenteils gut ausgebildet und hervorragende Sprachkenntnisse. Machen sich lustig über Deutschtürken, die ungebildet sind, nicht angepasst und schlechtes Deutsch sprechen
  • Mindestlohn, Kranken- und Rentenversicherung, 24 Tage Urlaub, 4 Monate Schwangerschaftsurlaub
  • 8 Jahre Schulpflicht ab 7. Lebensjahr, diskutieren 13-jährige Schulpflicht
  • Rentenalter z.T. auf 45 Jahre gesenkt, mittlerweile wird systematisch angehoben
  • Musiklehrerin mit 11 Jahren Erfahrung verdient 750 Euro/Monat, Teppichknüpferin ab 350 Euro
  • unabhängig von Einfuhren, haben selbst Rohstoffe, Chemie, Industrie
  • versuchen Verdienstmöglichkeiten vor Ort zu schaffen, um Landflucht zu verhindern
  • Familie ist versichert über 1 Erwerbstätigen
  • Preise sind momentan etwa 50 % derer in Deutschland oder sogar weniger
  • geringeres Lebensalter als in Deutschland
  • die Türken in der Westtürkei erscheinen uns als moderne, aufgeschlossene, gastfreundliche Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen. Die Vorschriften des Islam werden offensichtlich großzügig gehandhabt. Wir haben keinen einzigen Menschen gesehen, der auf den Ruf des Imam reagiert hat. Die Mädchen tragen weniger Kopftuch als beispielsweise in Berlin

Empfehlenswerte Literatur:

ADAC Reiseführer Türkei Westküste

Wann immer ich mit der Bahn fahre, kommt es zu Verspätungen. So auch jüngst, als ich die Bahn von München nach Lindau benutzte, um eine mehrtägige Radtour zu beginnen.

Per Durchsage wurde vor Immenstadt mitgeteilt, dass die Lokomotive kaputt sei und der Zug deshalb in Immenstadt endet. Ein Weiterfahrt nach Lindau führte zu einer Verspätung von mehr als 75 Minuten. Das führte dazu, dass wir die bereits gebuchte Unterkunft nicht mehr vor Dunkelheit erreichen konnten, und deshalb eine Unterkunft aufsuchen mussten. Die gebuchte Unterkunft wurde uns natürlich in Rechnung gestellt.

Nach Abschluss der Radtour muss ich nun feststellen, dass

  • ich auf den Kosten für die gebuchte und nicht in Anspruch genommene Unterkunft sitzen bleibe. Eine Erstattung durch die Bahn ist nicht möglich
  • eine Entschädigung für den Bahnpreis grundsätzlich erst ab 60 Minuten Verspätung erfolgt und dann nur 25 Prozent des Fahrpreises beträgt
  • eine Erstattung erst ab einem Entschädigungsbetrag von mehr als 4 Euro erfolgt
  • die Bestätigung für die Verspätung durch das Servicepersonal zu erfolgen hat oder bis maximal 5 Tage nach der Reise zu erfolgen hat
  • ein separates Formular für die Beantragung notwendig ist

Mir ist ein Rätsel, wie das machbar sein soll, da

  • eine Information dieses Sachverhalts durch das Zugpersonal in keinster Weise erfolgte
  • ich nach der Verspätung 14 Tage mit dem Rad unterwegs war und dementsprechend auf Informationen zum Thema keinen Zugriff hatte
  • ich wohl kaum ein Formular vorab mitnehme, auf dem ich durch das Zugpersonal die Verspätung bestätigen lassen kann

Aufgrund dieses Sachverhalts ist die Entschädigung wohl eine einzige Farce und praktisch nicht zu erhalten. Aber das passt gut zu meinen anderen Erfahrungen mit der Bahn, bei der es nicht immer möglich ist, Tickets zu lösen, und man gezwungen ist, mit dem Fahrrad mehrmals umzusteigen, obwohl es eine direkte ICE-Verbindung gibt. Die Bahn ist für mich jedenfalls keine Option!

Siehe auch:  Transalp: Oberstdorf – Laas in Südtirol, letzter Absatz

Mittwoch, 21.07.2010

Fahrt über Felbertauerntunnel und Lienz nach St. Lorenzen, 1.127 m, im Lesachtal zwischen Karnischen und Gailtaler Alpen. Dort Quartier im Anderle Hof (anderlehof@aon.at, Tel. +43/4716/331).

Um 15.00 Uhr starten wir noch zu einer „kleineren“ Wanderung: Über die Lackenalm, 1.614 m, zum Lackenkreuz, 1.703 m, und weiter über den WW22 zum Soleck, 2.221 m hinauf. Außer uns ist niemand unterwegs, aber die Lackenalm ist bewirtschaftet. Zurück gehen wir über das Tuffbad, 1.262 m. Dort befindet sich nicht nur das 4-Sterne Almwellnesshotel Tuffbad sondern auch ein Gasthof, in den wir zum Abendessen einkehren, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

1.200 Hm, 4.00 h

Lackenalm - AussichtWeg zum LackenkreuzSoleck - GipfelSoleck - Ausblick auf GailtalerWeg zum TuffbadTuffbadKunst im StraßengrabenAusblick vom Quartier nach Frohn

Donnerstag, 22.07.2010

Nach einem kräftigen Frühstück mit Müsli und Wurst und Käse, starten wir um 9.00 Uhr mit den Mountain Bikes. Auf der Bundesstraße geht es über die Brücke nach Wiesen, 1.258 m, hinunter zum Fluß, 1.042 m, und hinauf nach Frohn. Bald darauf endet die Teerstraße und auf dem WW 448 fahren wir hinauf zur Ingridhütte, 1.646 m. Hier ist die Weiterfahrt für Räder verboten, also parken wir unsere MTBs an einem Baum und gehen zu Fuß weiter zum Hochweißsteinhaus, 1.867 m.

Dort erwischen wir den falschen Weg und eilen den Friedensweg (WW 403) entlang. Dieser geht durch phantastische Blumenwiesen quer über den Hang, aber wir wollen eigenlich auf das Hochalpjoch, 2.278 m hinauf. Also wieder zurück zum Alpenvereinshaus und erneuter, diesmal richtiger Anstieg. Am Joch machen wir eine ausgiebige Pause. Ich klettere noch hinauf zum Monte Peratha, 2.694 m. Mit Wölfi will ich mich am Passo Sesis wieder treffen. Doch er ist nicht da, also weiter hinunter. Irgendwann kehre ich um in der Erkenntnis, dass er unmöglich vor mir sein kann. Wieder hinauf zum Passo Sesis und noch einige Meter weiter. Da sehe ich ihn endlich daherkommen – er hat aufgrund des kalten Windes an den ehemaligen Stellungen aus dem 1. Weltkrieg gewartet und ich bin irgendwie an ihm vorbei gelaufen.

Gemeinsam gehen wir über den Passo Sesis zum Hochweißsteinhaus und gönnen uns dort ein Abendessen. Danach weiter hinab zu den Rädern und hinauf nach St. Lorenzen.

Ca. 2.000 Hm, 10.00 h incl. Pausen, Wegzeit 8.30

Fahrt ins FrohntalIngridhütte in den Karnischen AlpenAngi bei der IngridhütteHochweißsteinhaus in den Karnischen AlpenBlumen am Friedensweg in den KarnischenHochalpjoch in den KarnischenStellungen aus dem 1. WK beim HochalpjochMonte PerathaBlick vom Monte Peratha auf die Calvi HütteQuerung am Monte PerathaMadonna am Passo Sesi

Freitag, 23.07.2010

Wieder Start um 9.00 Uhr von St. Lorenzen. Dieses Mal fahren wir mit den Rädern in die andere Richtung nach Mattling. Kurz vor Birnbaum biegen wir nach rechts ab hinunter zum Fluß, 845 m. Dann geht es gleich bergauf nach Nostra, 1.038 m. Die Teerstraße ist zu Ende und erst bergab, dann entlang des Tals geht es bergauf und bergab zur Hubertuskapelle, 1.114 m und weiter bis zu einer Schranke, 1.250 m. Hier ist auch für die Autos Schluß. Wir lassen unsere Räder stehen und gehen die Serpentinen hinauf. Lange zieht sich der Weg hin. Das Wetter wird immer ungemütlicher, bis wir endlich die Wolayer See Hütte, 1.967 m erreichen. Beim Mittagessen wärmen wir uns auf, bevor wir den Geo-Trail in Angriff nehmen. Statt der erhofften Versteinerungen stoßen wir nur auf Schautafeln. Das Gelände bis zum Valentintörl, 2.138 m ist anspruchsvoll – am Schluß sogar ein kleiner „Klettersteig“. Die Hütte und der See sind dann aber relativ schnell erreicht.

Wir eilen hinunter – schließlich ist der Weg zum Quartier noch weit – und genießen dabei die Bewunderung anderer Wanderer, die statt mit den Rädern mit dem Auto bis zur Schranke gefahren sind.

2.100 Hm, 9.00 h incl. Pausen, Wegzeit 8.00 h

Fahrt ins NostratalHubertuskapelle in den Karnischen Alpenkarnische-0041.JPGKriegerdenkmal beim Aufstieg zum WolayerseeAufstieg WolayerseeWolayerseehütteBlütenpracht in den Karnischen AlpenBlütenpracht in den Karnischen AlpenGeotrail am WolayerseeGeotrail am WolayerseeGeotrail am WolayerseeWolayerseehütte mit Wolayersee

Samstag, 24.07.2010

Es ist kalt geworden und regnerisch. W. besteht auf einem Ruhetag. Deshalb fahren wir nach Maria Luggau und besuchen dort die Kirche, das Kloster und den Mühlenweg.

Dann Weiterfahrt nach Obertilliach: Wir streunen durch die dortigen Gassen und schauen uns die alten Bauernhäuser und die Kirche an. Ein großer Gasthof, der sich seiner kulinarischen Küche rühmt, verführt uns zum Mittagessen. Wir schlemmen Bauerngröstl, Tiroler Leber und Mousse au Chocolat.

Wenn wir schon in Obertilliach sind, muss ich natürlich auch das nordische Skistadion gesehen haben. Kein Hinweisschild, kein Eintrag auf der Karte. Also fahren wir auf Verdacht weiter Richtung Silian und finden es dort tatsächlich. Unerklärlich ist für uns, wie sie dort eine Großveranstaltung abhalten können – kaum Parkplätze und sehr wenig Platz für Zuschauer.

Ich brauche noch ein wenig Bewegung und so fahre ich von Obertilliach, 1.450 m mit dem MTB zum Fluß, 1.342 m, hinauf zum Klapfsee und zur Neuen Porzehütte, 1.942 m. Leider regnet es fast durchgehend und es ist empfindlich kalt. W. hat sich inzwischen mit dem Auto zum Quartier aufgemacht und so fahre ich auf der Bundesstraße zurück.

Ca. 800 Hm, 2.00 h

Maria LuggauFriedhof in der Klosterkirche von Maria LuggauKreuzwegstation in Maria LuggauMaria LuggauSchnitzerei in Maria LuggauAlte Häuser in Maria LuggauMühlenweg in Maria LuggauMühlenweg in Maria LuggauMühlenwerkzeugeMühlentechnikkarnische-0094.JPGMaria Luggaukarnische-0098.JPGObertilliachHaus in ObertilliachNeue Porzehütte

Sonntag, 25.07.2010

Wir nehmen Abschied von unseren netten Wirtsleuten. Die Sonne scheint wieder. Gemächlich fahren wir über die bereits bekannte Route nach Oberdraudorf – besichtigen dort die Altstadt – und weiter nach Lienz. Dort schlendern wir durch die Straßen und essen zu Mittag, bevor wir endgültig unsere Heimreise antreten.

LienzLienzLienzLienz

Fazit:

  • Die Karnischen Alpen bestechen durch eine unglaubliche Blumenpracht
  • Das Lesachtal eignet sich bestens, um Karnische und Gailtaler Alpen kennen zu lernen
  • Es sind nur wenige Touristen unterwegs – meist beschränken sie sich auf den Karnischen Höhenweg
  • Es gibt ein vielfältiges Wegenetz zum Biken und Wandern
  • Die Übernachtungsmöglichkeiten sind preiswert und nett
  • Häuser sind schön hergerichtet und der Mühlenweg sollte auf jeden Fall besucht werden

Kosten: insg. 300 Euro

Anfahrt: 250 km

Donnerstag, 24.06.2010

Bis auf Martina treffen wir uns bereits am Flughafen von Sofia. Wir, das sind Marion, Sevinc, Silvia und ich. Gemeinsam fahren wir mit dem Taxi zu unserer Unterkunft Art-Hostel. Dort haben wir ein eigenes Appartement mit 3 Schlafzimmern, Bad und spärlich eingerichteter Küche. Der Frühstücksraum ist in der benachbarten dazugehörigen Jugendherberge. Dieser wird aber von uns nicht in Anspruch genommen, da wir lieber in nette Cafes gehen. Das Hotel ist sehr zentral gelegen und vor allem unschlagbar günstig. Alles lässt sich von hier aus zu Fuß machen, ob Besichtigungen, Shopping oder der Besuch zahlreicher Cafes und Restaurants.

Abendessen im Pod Lipite, in Elin Pelin str. 1, Tel.0886 801 227

Art-HostelKulturpalastPlatz vor KulturpalastHaus in Sofia

Freitag, 25.06.2010

Nach Entdeckung unseres Lieblingscafes und Schlemmen in Törtchen, Sandwiches und Kaffee, gehen wir auf Entdeckungsreise. Die wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten stehen auf dem Programm:

St. George Rotunde, Sveta Sofia Statue, Synagoge, Moschee, Alexander Nevski Kathedrale, Nationalgallerie mit Ausstellung über europäische Architekten, Russische Kirche

Abendessen Hadji Dragnovite Kushti, Kozloduy str. 75

Lieblingscafesofia-0020.JPGSofiaSofiaSt. Georg RotundeSofia - Sveta Sofia StatueSofia - Sveta Sofia StatueSofiaSofiaSofia - MarkthallenMoscheeSofiaSofiaSofia - Wasser holenSofiaSofiaSofia - Flohmarkt am Alexander Nevsky PlatzSofia - Alexander Nevsky ErinnerungskircheSofia - Alexander Nevsky ErinnerungskircheSofia - NationalgallerieSofia - Russische KircheSofia - NationaltheaterSofiaSofia - Abendessen

Samstag, 26.06.2010

Heute ist ein Ausflug in die nähere Umgebung geplant. Also Taxi nehmen und raus aus der Stadt zum Skizentrum des Mount Vitosha. Bald stehen wir mitten in einem dicken Stau, aber unser crazy Taxifahrer fährt rechts über viele Schlaglöcher einfach dran vorbei. Leider ist der Lift, der uns hinauf in die Berge bringen soll, nicht in Betrieb. Also wieder ins Taxi und zum nächsten Lift. Dort beschließen wir den Weg zum Kloster Dragalevtsi  zu nehmen und ein wenig zu wandern. Nach Besichtigung halten wir auf unserer Wanderung einen Bus an, um weiter hinauf zu fahren. Leider hat es mittlerweile völlig zugezogen, es fängt leicht zu nieseln an und es ist empfindlich kalt. An der Endstation haben wir deshalb keine Sicht, wärmen uns kurz in dem Bergrestaurant auf, bevor wir den nächsten Bus ins Tal zurück nehmen.

Um die Ecke des Klosters befindet sich das schön hergerichtete Restaurant „The Old House“ in Dragalevtsi. Dort speisen wir vorzüglich und laufen dann zurück in den nächsten Vorort von Sofia. Schnell ist eine Busstation gefunden und wir fahren zurück in die Innenstadt.

Sofia - Mount Vitosha-WanderungSofia - Dragalevtsi KlosterSofia - Busfahrt zum AlekoSofia - Restaurant “The Old House” in DragalevtsiSofia - Restaurant “The Old House” in DragalevtsiSofia - Restaurant mit BiergartenSofia - RestaurantSofia - Geschäfte im Keller

Sonntag, 27.06.2010

Abreisetag! Die meisten brechen gegen Mittag auf. Zuvor schlendern wir noch durch die ausgestorbenen Straßen und kaufen in den wenigen, geöffneten Läden Mitbringsel ein. Dann heißt es Abschied nehmen. Unser nächstes Ziel ist bereits festgelegt: Den Haag in 2011.

Fazit:

  • Preiswerte Hauptstadt
  • Wenig touristisch
  • Freundliche Menschen
  • Verständigung in englisch und deutsch gut möglich, v.a. bei der Jugend
  • Stadt bemüht sich um Restaurierung

Charakteristische Bilder:

SofiaSofiaSofiaSofiaSofiaSofiaSofiaSofia

Samstag, 08. Mai: Flug nach Marrakech

Mit Iberia fliege ich von München nach Madrid und nach einem längeren Aufenthalt weiter nach Marrakech. Wohl aufgrund der niedrigen Flugpreise gibt es bei Iberia nichts zu essen und zu trinken. Lediglich über eine Minibar können Speisen und Getränke zu absurd hohen Preisen erworben werden. Dies gilt auch für den Flughafen in Madrid.

Wie vom Reiseveranstalter angekündigt, holt mich unser marokkanischer Reiseführer am Flughafen in Marrakech ab und bringt mich zum Hotel Foucauld, das zentral am Place Djemaa el Fna liegt. Die Lage ist genial, allerdings ist es nachts sehr laut wegen der Straße und sehr schmuddelig. Abends bietet man ein reichhaltiges und gutes Buffet mit Salaten, Couscous, Gemüse, Huhn, Melone, Keksen und Pudding. Auch Bier kann bestellt werden.

Geld lässt sich am besten in einer Wechselstube umtauschen. Durch die Lage des Hotels bietet sich ein erstes Erkunden der Gassen und Souks an. Fotografen finden reichliche Motive. Leider wollen die meisten Menschen sofort Geld haben oder reagieren sehr unfreundlich. Auf dem zentralen Place Djemaa el Fna herrscht reges Treiben.  Dort tummeln sich Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Gaukler, Tänzer, Schausteller, auch mit Affen, usw. Am Abend ist der riesige Platz von Menschen überfüllt – nicht nur mit Touristen.

Flughafen MarrakechHotelzimmer in MarrakechMarrakech - Place Jana El FuaMarrakechMarrakechMarrakechMarrakech - Place Jana El FuaMarrakech - Place Jana El FuaMarrakech - Place Jana El FnaMarrakechMarrakechMarrakech

Sonntag, 09.05.2010: Marrakech

Das Hotelfrühstück auf dreckigen Tischen und mit kaputten Tassen lädt nicht zum Verweilen ein. Also ein erster Rundgang durch die leeren Gassen. Alles ist total ausgestorben, lediglich die Maschinen der Straßenreinigung fahren ihre Runden. Um 10.00 Uhr bin ich wieder zurück im Hotel und lerne dort meine Mitreisenden kennen. Sie sind erst gegen 3.00 Uhr morgens aus Casablanca mit dem Bus angekommen. Das Gepäck der Münchner ist noch irgendwo unterwegs. Die Umsteigezeit von 30 Minuten in Frankfurt war ganz offensichtlich zu kurz.

Ein Stadtführer, der sehr gut deutsch spricht, zeigt uns Salin Touls, einen Palast und den Handwerkssouk. Auch führt er uns in eine Apotheke und in ein Cafe in einem Hinterhof. Beides ist westlicher Standard, zumindest bei den Preisen.

Zum Abendessen in einer der offenen Küchen am Djemaa el Fna werden wir von den Köchen regelrecht hineingezwungen. Sie versuchen, sich dabei gegenseitig zu übertreffen und ihre Konkurrenten auszustechen. Sobald man Platz genommen hat, wird man mit lächerlich kleinen Portionen und saftigen Preisen abgezockt. Der Besuch von Bars gestaltet sich als schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, da Alkohol in einem muslimischen Land nicht geduldet wird. Cafes gibt es aber eigentlich fast überall. Für wenig Geld lässt sich dort Tee, Cafe oder Cola trinken.

Marrakech - Hotel FaucauldMarrakechMarrakechMarrakechMarrakechMarrakech - VillaMarrakech - VillaMarrakech - VillaMarrakech - ApothekeMarrakech - ApothekeMarrakech - SoukMarrakech - Place Jana El FnaOrangensaft-Verkäufer in MarrakeshSchaufenster in Marrakesh

Montag, 10.05.2010: Marrakech –  Ait Benhaddou
70 km, 1.410 Hm bergab, 800 Hm bergauf

Heute soll es losgehen mit unserer Radltour. Allerdings ist das Gepäck von Claudia, Hans und Thomas immer noch nicht da. Mehrmals wird telefoniert. Schließlich heißt es, es sei am Flughafen. Nach ewigem Hin und Her fahren wir dorthin – dann ist plötzlich unser Führer Mohammed wie vom Erdboden verschwunden. Die Münchner kümmern sich also selbst um ihre Sachen und werden tatsächlich fündig. Irgendwann taucht auch Mohammed auf und so können wir endlich um 13.00 Uhr starten. Trotz unserer Bitte, möglichst schnell zum Ausgangspunkt unserer Radltour zu fahren, wird auch noch ein Stopp zum „Mittagessen“ eingelegt. Aber schließlich fahren wir den 2.260 m hohen Tizi-n-Tichka hinauf und dort bestehen wir darauf, die Radetappe zu beginnen. Mittlerweile ist es 17.00 Uhr, 70 km liegen noch vor uns durch hügeliges Gelände. Da heißt es, Gas geben. Trotzdem werden natürlich einige Fotostopps eingelegt. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir unser Gite. Im Hof gibt es sogar eine Dusche, unsere Mannschaft kocht noch und so gibt es um 22.00 Uhr Abendessen.

Start in MarrakeshZwangspause am Flughafen MarrakeshPass Tizi-n-Ait-ImguerStart zum Biken im Hohen AtlasHoher AtlasHoher AtlasHoher AtlasBerberdorf im Hohen AtlasBerberdorf im Hohen AtlasHoher AtlasBerberdorf im Hohen AtlasGite d’Etape vor Ait Benhaddou

Dienstag, 11.05.2010: Ait Benhaddou – Eingang Gorge du Todra
36 km, 170 Hm bergauf, 170 km mit Auto

Nach einer kurzen Radstrecke erreichen wir Ait Benhaddou. Hierbei handelt es sich um eine große Siedlung, bzw. um eine riesige Kasbah aus Lehm, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Eine ausgiebige Besichtigung lohnt sich, um in die Welt und das Leben der Berber eintauchen zu können.

Ait BenhaddouAit BenhaddouAit BenhaddouAit BenhaddouAit BenhaddouAit Benhaddou - Neustadt

Nach Besichtigung dieser gut erhaltenen Kasbah steigen wir wieder aufs Bike, um nach Quarzazate, dem „Tor zur Sahara“ zu fahren. In einem Hotel mit Swimmingpool – das Wasser ist eiskalt – gibt es Mittagessen. Wie üblich ein Vorspeisenteller mit Salaten und die Hauptspeise Taschin bestehend aus Gemüse, v.a. Karotten, Kartoffeln, Auberginen und darunter Hühnchenfleisch. Wir machen noch eine ausgiebige Siesta, bevor die Räder aufs Begleitfahrzeug gepackt werden.

Biken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasRadpanne im Hohen AtlasOuarzazate - Eingang in die WüsteTiffoultouteSalatteller in MarokkoTashin - Nationalgericht MarokkosHochzeitskutsche

Die „Straße der Kasbahs“ durch das Dades-Tal ist sehr verkehrsreich – deshalb kein Radeln – wenngleich landschaftlich sehr abwechslungsreich und voller Kasbahs. Wir können unseren Fahrer überreden zu einem Abstecher, bevor wir weiter nach Tinerhir und zum Eingang der Gorge du Todra fahren. Direkt an der Schlucht mit seinen senkrechten Wänden übernachten wir in dem netten Hotel du Todra.

Vallee du Dades mit vielen KasbahsVallee du Dades mit vielen KasbahsVallee du DadesGite d’Etape im Gorges du Todra

Mittwoch, 12.05.2010: Gorge du Todra – Dades-Schlucht – Msemnir
90 km, 890 Hm bergab, 1.350 Hm bergauf

Nach dem Frühstück und Basteleien an den Fahrrädern fahren wir hinein in die Schlucht und in das Todratal. Auf gleichem Weg zurück und weiter bis Tinerhir. Auf einem großen Parkplatz, den auch große Reisebusse nutzen, mit Berber und Verkaufsständen, kommen die Räder nochmals auf unseren Kleinbus, bevor wir nach Boumaine-du-Dades und zum Start unserer eigentlichen Raddurchquerung fahren.

Gorges du TodraGorges du TodraGorges du TodraGorges du TodraGorges du TodraGorges du TodraGorges du TodraTineghirTineghirTineghirTineghirTineghir

Erstmal geht es bergauf, z.T. in langen Kehren. Immer wieder Kasbahs, aber auch interessante Felsenformationen. Natürlich wagen wir auch Blicke in die Tiefe, in den Canyon du Dades. Schließlich erreichen wir über mehrere Kehren die 2.100 m hohe Passhöhe, bevor es über einen weiteren Anstieg schließlich hinunter nach Msemrir geht. Dort übernachten wir wieder in einem Gite. Offenbar eignet sich unsere Route auch gut für Motorradfahrer – beim Mittagessen haben wir 3 Motorradfahrer aus Landshut und Umgebung getroffen.

Start in Baumaine-ed-DadesGorges du DadesGorges du DadesGorges du DadesGorges du DadesGorges du Dades - KasbahGorges du Dades - PassGorges du Dades - PassGorges du DadesGorges du DadesMittagspauseGorges du DadesGorges du DadesGite d’Etape in MsemrirZimmer in Msemrir

Donnerstag, 13.05.2010: Msemrir – Tizi-n-Quano – Camp auf Hochebene
47 km, 360 Hm bergab, 1.175 Hm bergauf

Vom Hotel aus geht es weiter über eine zunehmend schlechter werdende Piste. Lange windet sich die Straße hinauf bis wir den 2.911 m hohen Tizi-n-Ouano, den höchsten Pass der Tour, erreichen. Dort oben treffen wir auf einen Dresdner mit Jeep, der uns seine Lebensgeschichte erzählt und voller Bewunderung für uns Radler ist. Irgendwann reißen wir uns los und fahren an einer Herde kleiner Kamele vorbei, bevor wir unser Camp auf der Hochebene erreichen. Ganz in der Nähe ein Bauernhaus, rund um uns eine Herde Esel. Es ist ziemlich kalt, der Boden ist sumpfig. Aber für eine kleine Wanderung auf einen der naheliegenden Hügel reicht die Energie und die Zeit noch.

MsemrirMsemrirAuffahrt zu Tizi-n-QuanoAuffahrt zu Tizi-n-QuanoAuffahrt zu Tizi-n-QuanoAuffahrt zu Tizi-n-QuanoAnkunft Tizi-n-QuanoCamp am Tizi-n-Quano

Freitag, 14.05.2010: Hochebene – Imilchil
60 km, 775 Hm bergab, 490 Hm bergauf

In der Nacht habe ich es vermutet, aber nicht geglaubt, beim Aufstehen ist es gewiss: Es hat geschneit! Dementsprechend kalt ist es. Damit hat niemand von uns gerechnet. Trotzdem schwingen Thomas, Hans und ich uns auf die Räder und fahren durch herrliche Landschaften, meist bergab nach Agoudal. Dort treffen wir die Anderen, die lieber mit dem Auto gefahren sind. Eine Teepause in einem nett hergerichteten Cafe – im Hof stehen Skier – wärmt uns. Danach radeln wir gemeinsam weiter nach D’Agda – im September findet dort der berühmte „Hochzeitsmarkt von Imilchil“ statt. Wir machen dort in einem kargen Raum des dortigen Restaurants Mittagspause. Unten sitzen die Berber zusammen, wahrscheinlich gemütlich auf Teppichen und mit Tee und Wasserpfeife, während wir frierend auf Beton verköstigt werden.

Der Wind auf der Weiterfahrt ist teilweise so stark, dass wir die Räder in einem 45 Grad Winkel zur Straße halten müssen. Doch im Windschatten radelnd bilden wir einen richtigen Zug und erreichen sehr flott unser Quartier in Imilchil – das Lager am Lac Tislit wurde aufgrund der niedrigen Temperaturen und der schneebedeckten Berge gestrichen.

Mit dem Auto fahren wir noch an den Lac Tislit. Statt Lagerfeuer spazieren wir am See entlang. Ein Rundgang ist nicht möglich, da das Ufergelände sehr sumpfig ist.

Aufwachen im SchneeBetrübte Gesichter beim FrühstückTeepauseHoher AtlasGite d’Etape in ImilchilAbendessenLac de TislitLac de Tislit

Samstag, 15.05.2010: Imilchil – Anergui
70 km, 2.110 Hm bergab, 1.500 Hm bergauf

Am See vorbei biken wir hinauf zu einer kleinen Passhöhe und lassen es dann auf dem Asphalt so richtig laufen. Unten teilen sich die Wege für uns Radler und unsere Begleitfahrzeuge. Wir können direkt über die Berge fahren, während die Autos rundum fahren müssen. Vorher ist noch ein Fluss zu überqueren, bevor wir den langen Anstieg zum Pass Tiz-n-Tefensa in Angriff nehmen. Vorbei an Steineichen, Wacholder und grünen Wiesen zieht sich in angenehmer Steigung der Weg hinauf. Das Hochtal ist bereits in Reichweite – doch plötzlich bleiben die Räder stecken. Des Rätsels Lösung: Der Weg ist so batzig, dass der Lehm überall am Rad haften bleibt. Ein vorbeiziehender Schäfer versucht, uns mit seinem Stock zu helfen, aber innerhalb von Sekunden ist das Ergebnis wieder das Gleiche. Jetzt hilft nur noch vorsichtiges Schieben.

Während der Mittagspause kratzen die Einen den Dreck von Fahrrad und Schuhen. Die Anderen lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen und warten darauf, dass die Sonne den Lehm so weit trocknet, dass er von selbst abfällt.

Vorbei an den Dörfern des Hochtals mit vielen Menschen, die uns neugierig beobachten, endet die Fahrstrecke in einem Fluss. Dieser ist in der Schlucht mehrmals zu überqueren, bevor wir schließlich die Dörfer Tahzout und Tasraft erreichen. Weiter geht es auf der Schotterstraße bergauf, bis wir zurTeerstraße kommen. Jetzt endlich geht es bergab und wir glauben, dass nun die Anstiege für heute überwunden sind. Da staunen wir, als wir um eine Ecke biegen und sich plötzlich weitere 250 Höhenmeter auftun. Aber alles Lamentieren hilft nichts. Nach diesem Pass auf 2.500 m genießen wir dafür umso mehr die 1.000 Höhenmeter lange Abfahrt auf guter Asphaltstraße. Diese endet in Anergui, wo wir Quartier in einem einfachen Gite beziehen. Zum Ausgleich für den langen und harten Radltag können wir das dortige „Hammam“ nutzen. Dabei handelt es sich um ein „Bad“, das von unten beheizt wird. Das Wasser ist so heiß, dass es fast kocht.

Morgen in ImilchilLac de Tislitmarokko-0197.JPGmarokko-0204.JPGmarokko-0205.JPGmarokko-0210.JPGmarokko-0211.JPGmarokko-0213.JPGmarokko-0221.JPGMittagspause und Reinigung der Bikesmarokko-0229.JPGmarokko-0231.JPGmarokko-0234.JPGmarokko-0237.JPGFlussdurchquerung im Hohen AtlasFlussdurchquerung im Hohen Atlasmarokko-0252.JPGmarokko-0258.JPGAnerguiGite in Anergui

Sonntag, 16.05.2010: Anergui – Cathedrale de Roches
37 km, 605 Hm bergab, 420 Hm bergauf

Vor uns liegt nach Aussagen unseres Führers und unserer Beschreibung ein gemütlicher Tag ohne große Steigungen und lediglich 35 km lang. Dachten wir! Von genussvollem Radeln kann keine Rede sein. Stattdessen durchqueren wir mehrmals den reißenden Fluss bzw. kraxeln an den Felsen entlang und versuchen dabei, die Räder und uns selbst nicht in den Abgrund fallen zu lassen. Nur durch die Hilfsbereitschaft in der Gruppe fällt niemand ins Wasser oder die Felsen hinunter. Über eine derartige MTB-Strecke ist keiner von uns begeistert. Aber was nutzt es? Der Fluss hat die bislang vorhandene Straße nahezu komplett weggerissen und offenbar war dies unserer Begleitmannschaft nicht bekannt.

Erst nach 6 Stunden mühsamem Fortkommen erreichen wir unseren Campingplatz zu Füßen der Cathedrale de Roches. Dieser liegt herrlich an einem Fluß und das dazugehörige Gite verkauft sogar Cola bzw. Sprite. Schade nur, dass man, v.a. nicht als Frau, ungestört baden und sich waschen kann. Offenbar sind wir waschwütigen Touristen für die hiesige Bevölkerung wie Kino.

Biken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasBiken im Hohen AtlasCathedrale de RochesCathedrale de Roches - Campingplatz

Montag, 17.05.2010: Cathedrale de Roches – Zaola (unterhalb Tizi-n-Llissi)
50 km, 1.400 Hm bergauf

Nach den gestrigen unerwarteten Schwierigkeiten freuen wir uns über die gleichmäßig ansteigende Schotterstraße – auch hier wieder kein Verkehr. Fast 1.000 Höhenmeter geht es stetig bergauf,  dann eine längere Abfahrt und nochmals etwa 300 Höhenmeter bevor die Strecke flacher wird. Das Wetter ist launisch, es fallen sogar einige Regentropfen.

Wir entscheiden uns dagegen, Richtung Pass Tizi-n-Llissi zu fahren. Stattdessen fahren wir hinunter in das Dorf Zaola. Ein geschäftstüchtiger, netter Berber baut hier stetig an einer Gite. Er begrüßt uns mit Tee und selbstgebackenen Keksen und heizt gleich die Dusche, so dass wir uns den Dreck des Tages abwaschen können.

Dieses Mal sind wir nicht die einzigen Gäste – eine Gruppe älterer Franzosen fährt einen Teil unserer Strecke entgegengesetzt. Aber alle finden einschließlich der Begleiter Platz. Ein Spaziergang durch das Dorf lohnt sich. Offenbar werden Versuche unternommen, die alte Struktur des Dorfs wieder aufzubauen.

Cathedrale de Rochesmarokko-0288.JPGmarokko-0289.JPGmarokko-0292.JPGmarokko-0296.JPGmarokko-0298.JPGZaoula-Ahanesalmarokko-0310.JPGmarokko-0313.JPGmarokko-0315.JPGGite d’Etape in ZaoulaSanitäre Anlage

Dienstag, 18.05.2010: Zaola – Azilal
85 km, 1.500 Hm bergab, 2.160 Hm bergauf

Laut Streckenbeschreibung steht heute die Königsetappe auf dem Programm – mehr als 2.100 Höhenmeter sind zu bewältigen. Wieder einmal feiern wir bereits das Erreichen des Passes, um später bemerken zu müssen, dass dies erst der „Vorpass“ war. Aber schließlich kommen alle am Tizi-n-Llissi, 2.650 m an. Gemeinsam rauschen wir auf den guten Schotterpisten hinab. Vor einem weiteren Anstieg Mittagspause an einem windigen Platz. Die Landschaft ist äußerst karg. Ein streunender Hund bettelt um die Essensreste.

Aber bald wird die Landschaft wieder fruchtbarer. Wir erreichen die erste Stadt in fruchtbarer Umgebung. Leider ist diese selbst sehr dreckig und nicht sehr einladend. Also weiter durch eine zunehmend liebliche Gegend, die stark an die Toscana erinnert. Hier sind noch einige Anstiege zu bewältigen bevor es auf Teerstraße endlos lange hinunter nach Azilal geht. Azilal ist offensichtlich eine Universitätsstadt und bietet weitere Schulen an. Auf den Straßen fast nur junge Menschen.

Unser Hotel enttäuscht – Dusche erst ab 20.00 Uhr, die Räume, vor allem die Bäder heruntergekommen. Also kalt waschen, schließlich gibt es um 20.00 Uhr Abendessen und nach so einer langen Tour muss der Dreck so schnell wie möglich runter.

Tizi-n-Ilissimarokko-0318.JPGmarokko-0324.JPGmarokko-0328.JPGMittagspausemarokko-0334.JPGVor Azilalmarokko-0338.JPGmarokko-0340.JPGBlick auf AzilalHotel in AzilalHotelzimmer in Azilal

Mittwoch, 19.05.2010: Azilal – Cascades d’Ouzoud
40 km, 320 Hm bergab

Auf der Teerstraße fahren wir Richtung Westen, vorbei an Ait Taguella und schließlich nach Ouzoud. Dieses Mal wirkliches Genussradeln durch die hügelige Landschaft. Der Campingplatz in Ouzoud ist bald erreicht, die Zelte aufgestellt und das Mittagessen verzehrt.

Wie „normale“ Touristen besuchen wir die Cascades d’Ouzoud, die höchsten Wasserfälle Marokkos. Den Weg hinunter zum Fluss reihen sich Andenkenverkäufer, Kioske und Restaurants aneinander. Mit besonderen Flossen ist eine Überquerung des Flusses möglich. Von dort kann man auf der anderen Seite nach oben an den Ausgangspunkt wandern.

Richtung OuzoudCascades d’OuzoudCascades d’OuzoudZeltplatz in Ouzoud

Donnerstag, 20.05.2010: Ouzoud – Rue National Nr. 8 – Marrakech
25 km, 550 Hm bergauf, 150 km Autofahrt

Die letzten Kilometer unserer Radtour durch den Hohen Atlas stehen uns bevor. Noch ein letzter Pass nach Ouzoud und einige weitere Abfahrten und kurze Anstiege durch die „Toscana“ Marokkos. Unser Ziel Khemis-des-Oulad-Ayad ist bald erreicht. Während die Räder aufs Dach des Minibusses gepackt werden, lassen wir bei Cola und Tee unser Radabenteuer ausklingen.

Die Fahrt mit dem Auto zurück nach Marrakech ist anstrengend – wir sitzen wie die Heringe bei großer Hitze im Auto. Jede Pause ist uns willkommen. Aber schließlich ist auch das geschafft. Wieder Quartier im Hotel Foucauld mit Zimmer zur Straße. Nach dem Packen und Abendessen im Hotel ziehen wir zum Abschluss nochmals los und genießen von einem Dachcafe die einmalige Atmosphäre des Djemaa El Fna.

Blick Richtung Cascadesmarokko-0356.JPGmarokko-0358.JPGmarokko-0359.JPGmarokko-0360.JPGmarokko-0362.JPGmarokko-0363.JPGEnde der Biketour

Die Gruppe:

HansAstridThomasClaudiaJürgen

Freitag, 21.05.2010: Rückflug nach München

Mir bleibt nur noch Zeit zum Ausgeben meiner letzten Dirham und Abschiednehmen von einer tollen Gruppe. Mein Flieger nach München startet um 12.00 Uhr. Die Anderen fahren erst am Abend nach Casablanca und fliegen von dort nach München bzw. Wien weiter.

Fazit:

  • Sehr abwechslungsreiche Landschaft
  • Anspruchsvolle MTB-Tour hinsichtlich Tagesstrecken, Höhenmetern, Wegezustand, Klima (Hitze bis Schneefall)
  • Kinder und Jugendliche fallen in Scharen über einen her, z.T. „Spießrutenfahren“
  • Händler in Marrakesh betrügen häufig – es nützt auch nichts, wenn man moniert. Deshalb möglichst passend bezahlen
  • Unterkünfte im Hohen Atlas sind sehr einfach
  • Essen eintönig, fast immer Taschin
  • Frühjahr eignet sich gut: es blühen viele Blumen, Temperaturen sind angenehm, weniger Staub. Aber unbedingt warme Kleidung und Schlafsack mitnehmen
  • In Marrakech sollte man sich eine Übernachtung in einem der Riad-Hotels leisten

Veranstalter: Die BergSpechte
Kosten:

  • Pauschalpreis: € 1.530,00
  • Fahrrad-Flugkosten: € 140,00
  • Trinkgeld und sonstige Kosten: € 100,00 – 200,00

Gemeinsam mit Helga habe ich mich bereits vor fast einem Jahr zu einem besonderen Trecking in Nepal bei Amical angemeldet: Mustang Naar Phu Trekking mit Besteigung des Seribung Peak, 6.328 m hoch. Nach einer intensiven konditionellen Vorbereitung und einer Aufstockung des vorhandenen Materials geht es am 10. Oktober los per Bahn nach Frankfurt und Nachtflug mit Ethiad Airways über Abudabi (6 Stunden Aufenthalt) nach Kathmandu. Das dortige Shangri La erreichen wir abends am Sonntag, 11. 10.2009. Wir bekommen noch ein Abendessen.

1. Tag: Montag, 12.10.2009
Kathmandu – Pokhara

Erst am Nachmittag bringt uns das Flugzeug zur nächsten Station, nach Pokhara. Deshalb bleibt uns der Vormittag zur eigenen Erkundung von Kathmandu. Bereits vor dem Frühstück nutze ich die Zeit, um die ersten Eindrücke zu gewinnen. Danach geht es mit Helga durch den touristischen Stadtteil Thamel, der vom Hotel gut zu Fuß zu erreichen ist. Dort reiht sich ein Händler an den nächsten. Die Läden sind voll mit Plagiaten aller Sportmarken. Wer soll das nur alles kaufen? So viele Touristen kann es gar nicht geben. Leider bleibt unsere Suche nach Gamaschen für Helga und nach einer Wanderkarte mit unserer Trecking-Route vergebens.

Reibungslos landen wir in Pokhara und werden zum dortigen Shangri-La gebracht. Nach Bezug unserer netten Zimmer nehmen wir uns zusammen mit Gerald und Dagmar ein Taxi, um zum Phewa-See zu fahren. Ein Ruderboot bringt uns noch schnell auf eine kleine Insel im See, auf der sich der Hindutempel Varahi Mandir mit vielen erotischen Schnitzereien befindet. Leider ist es mittlerweile ziemlich dunkel, aber noch jede Menge Besucher weilen auf der Insel. Dieser See liegt sehr malerisch, umrahmt von den Gipfeln des Himalaya, wie Annapurna Himal. Es reicht gerade noch zu einem kurzen Spaziergang durch die Touristenmeile, bevor es stockfinster wird und wir zum Abendessen im Hotel zurückfahren.

Kathmandu - ThamelPokhara - Hotel Shangri-LaHotelzimmer im Shangri-La, PokharaPhewa-See

2. Tag: Dienstag, 13.10.2009
Pokhara – Jomsom – Kagbeni
ca. 150 hm, 3 Std. Gehzeit

Früh beginnt der Tag – extra für uns wurde das Frühstück früher als üblich angerichtet – gleich mit einer Gaudi: Priska entdeckt mitten auf dem Frühstücksbüffet eine kleine Maus. Diese scheint Quartier im „Paradies“ bezogen zu haben.

Mit einer kleinen Maschine geht es bei bestem Wetter durch die angeblich tiefste Schlucht der Erde, dem Kali Gandaki nach Jomsom, 2.720 m. Die Landebahn beeindruckt durch die Rampe in diese Schlucht, die aber aufgrund ihrer Weite nicht beängstigend wirkt. Durch die Fenster der Maschine bekommen wir bereits einen Eindruck der gigantischen Szenerie.

Die Formalitäten in Jomsom sind schnell hinter uns gebracht. Bei einer Tasse Tee auf einem Hausdach lässt sich die Wartezeit gut überbrücken und wir haben einen ersten Blick auf die uns begleitende Mannschaft und dem mitzuführenden Material. Wohin man schaut Träger, Sherpas im Alter von 16 – 40 Jahren und nebst unseren Taschen Küchengeschirr, Zelte, Proviant, Erste-Hilfe-Koffer und so weiter.

Schließlich ist aber alles vorbereitet, auch unser Permit abgezeichnet und der Treck kann beginnen. Wir wandern entlang des Flussbetts des Kali Gandaki zu unserem ersten Übernachtungsplatz in Kagbeni, 2.880 m. Dieses ist bereits sehr tibetisch und dementsprechend sauber. Dort sind in einem Hinterhof unsere Zelte aufgebaut, im Haus gegenüber bekommen wir Mittag- und Abendessen.

Flughafen PokharaJomsomTrekking-MannschaftFlußbett des Kali GandakiKagbeniKagbeniKagbeniZeltlager in Kagbeni

Rosemarie und ich nutzen den Nachmittag für eine erste Bergbesteigung – wir klettern auf den nächsten Bergrücken und erklären die höchste Erhebung zum Gipfel. Von dort haben wir einen guten Überblick auf Kagbeni, das Flußtal und die andere Flußseite. Allerdings ist der zunehmende Wind ziemlich kalt und lässt die Gipfelrast sehr kurz ausfallen.

3. Tag: Mittwoch, 14.10.2009
Kagbeni – Chele (3.100 m)
ca. 460 hm bergauf, 150 hm bergab, 6,5 Std. Gehzeit

Weiter geht es entlang dieses Flußbetts. Die meiste Zeit geht der Weg direkt am Fluß entlang, wobei die ersten Versteinerungen gefunden werden. Hermann, unser Hausarzt, kriegt gar nicht genug davon und klopft eifrig auf der Suche nach dem großen Fund. Erst bei der Mittagspause in Chusang, 2.950 m ist damit erstmal Schluß, als ein Stein ihn am Kopf trifft und eine größere Schnittwunde hinterlässt. Aber bei unserem Ober- und Intensivarzt Fredo und der Krankenschwester Helga ist er in besten Händen und die Wunde wird fachmännisch verklebt.

Chusang ist ein kleines Dorf am Hang mit Resten einer Monastery. In einem Hof gibt es Mittagessen. Dort taucht auch ein Bauer in Lederjacke mit seinem Sohn auf, der uns seine Versteinerungen verkaufen will bzw. Schokolade erbettelt. Ein Frau verkauft Äpfel. Ich streune vor dem Essen noch in der Umgebung herum auf der Suche nach Fotomotiven und entdecke dabei das Bewässerungssystem des Dorfes mit seinen gut erhaltenen und clever angelegten Kanälen. Damit werden die Felder am Rand des Dorfes bewässert und so können die Dorfbewohner alles anbauen, was sie zum Leben brauchen.

Nach der mittäglichen Stärkung  geht es weiter entlang des Flußes. Unterhalb des Dorfes Chele, 3.050 m, überqueren wir auf einer modernen Brücke den Fluß und marschieren nun westlich des Flusses Mustang Khola, die Fortsetzung des Kali Gandaki Rivers. Am Ortsausgang von Chele erwarten uns unsere Zelte in einem weiteren Hinterhof. Die Toilette ist durch eine eigene Tür vom Zeltplatz getrennt – sehr zur Freude von Frieda und Anita, die direkt davor ihr Zelt haben und jedes Mal vom Schlagen der Tür aufgeschreckt werden. Auch hier gibt es im angrenzenden Haus einen Essensraum. So können wir relativ bequem und vor allem windgeschützt sitzend essen.

KagbeniNach KagbeniNach KagbeniNach KagbeniMittagspauseMittagessen in ChusangNördlich von Chusangimg_3905.JPGimg_3909.JPGimg_3913.JPG

4. Tag: Donnerstag, 15.10.2009
Chele – Syangpoche (3.800 m)
ca. 1.450 hm bergauf, 700 hm bergab, 6 Std. Gehzeit

Nach dem üblichen Morgenprozedere mit „Good-Morning-Tee“, Packen, Zeltabbau und Frühstück geht unser Trekking weiter entlang eines steilen Canyons mit herrlichen Ausblicken auf die gegenüberliegende Seite. Sobald das Gelände flacher ist, schmiegt sich eine Siedlung in den Hang. Rundherum sorgen die Felder für die Versorgung der Bewohner: Kartoffeln, Gemüse, Getreide, Reis, aber nur wenig Vieh. Im Hintergrund ragen mächtige Schneeberge auf. Auf dem Weg begegnen wir immer wieder Eselskarawanen, aber auch ein Adler dreht über uns seine Kreise – wir können sogar weit über unseren Köpfen sein Nest erkennen.

img_3917.JPGimg_3925.JPGimg_3949.JPGimg_3950.JPGCanyon zwischen Chele und SamarCanyon zwischen Chele und SamarCanyon zwischen Chele und Samarmustang015.JPG

Wir überqueren unseren ersten Pass (3.624 m), bevor wir wieder hinunter steigen. Direkt an der Höhle Chungsi Monastery machen wir Mittag. Natürlich steht ein Besuch der kleinen Gompa danach an. Offensichtlich wohnt dort noch primitiv ein Mönch, der von den 100 Rupienscheinen der vorbeikommenden Trekker lebt.

Hinauf zum PassMittagpauseChungsi MonasteryChungsi MonasteryChungsi MonasteryChungsi MonasteryChungsi MonasteryChungsi Monastery

Nach ständigem Bergauf und Bergab erreichen wir das kleine Dorf Syangpoche (3.860 m). Unser Zeltlager befindet sich wieder in einem Hinterhof, aber es stehen uns ein Essensraum im benachbarten „Hotel“ zur Verfügung.

Zeltplatz in SyangpocheSyangpocheSyangpocheSyangpoche - Essensraum im Hotel

5. Tag: Freitag, 16.10.2009
Syangpoche – Dhakmar (3.820 m)
ca. 800 hm bergauf, 780 hm bergab, 7,5 Std. Gehzeit

Gleich geht es hinauf zum Pass und weiter nach Ghiling (3.570 m). Ein längerer, steiler Anstieg führt zum Nyi La Pass (4.010 m). Hier haben wir einen herrlichen Ausblick nach Norden Richtung Mustang – natürlich werden die ersten Überlegungen angestellt, wo wohl unser Ziel der Saribung ist – und auch zu den schneebedeckten Gipfeln der Annapurna- und Nilgiri-Gruppe. Im Weiler Ghemi (3.520 m) gibt es in einem Restaurant mitten im Dorf ein Mittagessen unserer Kochcrew.

Pass nach SyangpocheWeg nach GhilingNyi La PassGhemiSyangpoche am MorgenWeg nach GhamiWeg nach GhemiUmgebung von GhemiKinder von GhemiKinder von GhemiKochen im Restaurant von GhemiGhemi - Mittagessen

Anders als geplant, gehen wir nicht weiter nach Tsarang, sondern machen einen kleinen Bogen nach Dhakmar. Dabei kommen wir an der längsten Mani-Mauer vorbei.

img_4011.JPGMani-MauerGegenüber von Mani-MauerLandschaft bei Mani-Mauerimg_4036.JPGimg_4039.JPGimg_4046.JPGZeltplatz in Dhakmar

6. Tag: Samstag, 17.10.2009
Dhakmar – Tsarang (3.560 m)
ca. 600 hm bergauf, 700 hm bergab, 6,5 Std. Gehzeit

In Tsarang (3.560 m) übernachten wir direkt unterhalb der wuchtigen Monastery. Ein Besuch dieser Monastery mit Beiwohnen der Zeremonie lohnt sich auf alle Fälle.

Vor Dhakmarimg_4057.JPGimg_4058.JPGimg_4061.JPGKloster DhakmarKloster DhakmarKloster DhakmarMittagspauseimg_4071.JPGVor TsarangZeltplatz unterhalb Kloster TsarangBlick von Monastery Tsarang

7. Tag: Sonntag, 18.10.2009
Tsarang – Lo Manthang (3.720 m)
ca. 600 hm bergauf, 4,5 Std. Gehzeit

Wir verlassen Tsarang, zuerst hinunter zum Fluss und weiter zum Lho La Pass (3.950 m). Lange zieht sich der Weg dahin bis wir die Hauptstadt von Mustang, Lo Manthang (3.720 m) erreichen. In einem Hinterhof mit hochgesetztem Toilettenplatz kommen wir gegen Mittag an. Auch dort gibt es wieder einen Essensraum. Hier in Lo Manthang ist erstmal Ruhe angesagt. Helga, Rosemarie, Hermann und Gerald sind krank und müssen sich auskurieren. Ich gehe auf Fotopirsch in Lo Manthang und sehe mir die nähere Umgebung an. Lo Manthang ist etwa 500 Jahre alt, es gibt sogar noch Häuser aus dieser Zeit und außerdem 3 Monasteries vor Ort.

img_4093.JPGimg_4095.JPGimg_4100.JPGLo Manthang Umgebung

8. Tag: Montag, 19.10.2009
Lo Manthang
Ruhetag, Wanderungen in der Umgebung

Heute ist offizieller Ruhetag, den die meisten zum Schlafen, Waschen, Lesen und Faulenzen nutzen. Eine kleine Gruppe, ich natürlich auch, wandert in die Umgebung und besucht die nahe gelegene Monastery.

Zum Mittagessen gibt es Lamm – die Mannschaft hat ein Lamm und einen Hammel geschlachtet. Also richtiges Festessen, nachdem wir bislang kein Fleisch bekommen haben, sondern fast durchgehend aus Dosen ernährt wurden.

Am Nachmittag besuchen wir den greisen und senilen König von Mustang – auch er hat die Aufgabe, jedem Touristen 100 Rupien abzuknöpfen. Aber dafür bekommen wir auch einen Tee. Und – vor dem Königspalast lassen sich gut Fotos von den Bewohnern beim Nachmittagsratsch machen.

Zeltplatz mit hohem ToilettenplatzFrauen in Lo ManthangKönig von Mustang

9. Tag: Dienstag, 20.10.2009
Lo Manthang – Yara Gaon (3.600 m)
ca. 450 hm bergauf, 600 hm bergab, 7 Std. Gehzeit

Wir verlassen Lo Manthang und damit auch die übliche Touristenroute. Allerdings müssen wir zuerst nochmals den Lho La hinauf, bevor der Weg nach links abzweigt. Die Gegend wird zunehmend karger und noch weniger bewohnt. Der Weg führt uns über einen Rücken zur Ostseite des Mustang Khola, bevor es auf staubigen Wegen zum Dorf Dhi Gaon (3.480 m) direkt am Kali Gandaki Fluss geht. Die meisten nehmen dort erst mal ein Bad, um den schlimmsten Staub abzuwaschen. Dort legen wir auch unsere Mittagspause ein.

Danach überqueren wir den Kali Gandaki Fluss und wandern das Tal des Puyang Khola hinauf, bis wir die letzte Siedlung vor dem Pass, den Weiler Yara Gaon und damit unseren Zeltplatz erreichen.

Umgebung von Lo ManthangLandschaft in MustangLandschaft in MustangUmgebung von Dhi GaonUmgebung von Dhi Gaonimg_4137.JPGDhi Gaon - Bad im FlußKali Gandakiimg_4150.JPGBlick auf Yara GaonYara GaonYara GaonYara GaonKinder in Yara GaonRestaurant in Yara GaonZeltplatz Yara Gaon

10. Tag: Mittwoch, 21.10.2009
Yara Gaon –  Gompa Luri – Ghuma Thanti (4.750 m, Richtung Damodar Seen)
ca. 1.600 hm bergauf, 350 hm bergab, 8 Std. Gehzeit.1. Pass auf 4.960 m

Von Yara Gaon ist der Weg nicht weit zur Gompa Luri (3.850 m), die sich über den Felsen halsbrecherisch erhebt. Natürlich lassen wir uns diese zeigen und klettern hinauf, unter anderem über eine Brücke. Dabei werden wir von 3 Kindern begleitet. Mehrere Pässe und Bergrücken werden überquert, bevor wir unser Zeltlager aufschlagen. Der Platz wird markiert durch eine Blechhütte und eine Quelle.

img_4172.JPGGompa LuriGompa LuriKinder bei Gompa Luriimg_4185.JPGimg_4190.JPG

11. Tag: Donnerstag, 22.10.2009
Ghuma Thanti – Übernachtung am Flußbett (4.850 m)
ca. 600 hm bergauf, 150 hm bergab, 4 Std. Gehzeit, 2. Pass auf 5.300 m

Die Nächte werden zunehmend kälter – die Höhe macht sich bemerkbar. Keine weiteren Siedlungen mehr, der Weg zieht sich entspannt über die Bergrücken und wieder hinunter.  Unser nächster Zeltplatz liegt in einem trockenen Flussbett. Auch dort gibt es wieder eine Blechhütte, die unserer Begleitmannschaft zum Essen und Schlafen dient. Der Fluss ist nur ein Rinnsal.

img_4196.JPGZeltplatzGhuma Thanti - Zeltplatz

12. Tag: Freitag, 23.10.2009
Flußbett – Damodar-See (4.990 m)
ca. 600 hm bergauf, 450 hm bergab, 6 Std. Gehzeit, 3. Pass auf 5.450 m (Damodar Pass)

Vom Zeltplatz können wir unseren Weiterweg bereits erkennen. Zuerst über das vereiste Flussbett, dann hinauf zum Pass. Dort liegt bereits der erste Schnee, aber schließlich kommen wir auf 5.000 m Höhe. Bald sind die heiligen Damodar-Seen erreicht und unser nächster Zeltplatz. Hier treffen wir auf eine weitere Gruppe aus Frankreich, die die gleiche Route vorhaben. Eine kleine Gruppe aus Ostdeutschland will morgen weitermarschieren, während wir einen Ruhetag einlegen.

Nach der Mittagsverpflegung mache ich noch einen Ausflug in die Umgebung und stoße dabei auch auf die Blauschafe. Leider ist ein „Gipfel“ nicht möglich – die Hänge sind zu schroff, zu steil oder einfach zu sandig.

Weiterweg zu DamodarseeWeiterweg zu Damodarseeimg_4210.JPGDamodarseenZeltplatz am HangAussicht von Damodarsee

13. Tag: Samstag, 24.10.2009
Damodar-See
Ruhetag

Heute ist ein Ruhetag verordnet. Ich kann natürlich nicht faulenzen, sondern beschließe, mir den Weitermarsch anzuschauen. Lange zieht sich der Weg im Tal dahin. Als der Schnee durchgehend liegt, kehre ich um. Irgendwie bin ich ziemlich müde und fühle mich ausgelaugt. Deshalb ziehe ich mich ins Zelt zurück und schlafe ausgiebig. Zum Abendessen weckt mich Helga, so dass ich mich stärken kann.

Umgebung der DamodarseenUmgebung der DamodarseenBlauschafe

14. Tag: Sonntag, 25.10.2009
Damodarkund – Japaner-Basecamp (5.200 m)
ca. 25 hm bergauf, 3,5 Std. Gehzeit

Unser Führer Michi will anscheinend unbedingt gleich einen Berg besteigen. Da ich den Weg kenne, weigere ich mich irgendwann, dieser falschen Route zu folgen und eile auf den mir bereits bekannten Weg. Es geht entlang des Flusses unterhalb der Moräne hinauf zum Japaner-Basislager auf 5.200 m. Nach einer Ruhepaus, die natürlich auch der Akklimatisation dienen soll, mache ich noch einen Ausflug mit Hermann durch die Eislandschaft.

Japaner-BasislagerJapaner-BasislagerJapaner-BasislagerOberhalb Japaner-Basislager

15. Tag: Montag, 26.10.2009
Japaner-Basecamp – Hochlager (5.800 m)
ca. 400 hm bergauf, 5,5 Std. Gehzeit

Mittlerweile zähle ich die noch verbleibenden kalten Zeltnächte. Gott sei Dank ist das Wetter weiterhin stabil und auch heute strahlt der Himmel wieder blau über uns. Der Weiterweg ist überwältigend – eine „Straße“ führt durch einen „Eispalast“. Rechts und links säumen Eiswände wie eine Allee unseren Weiterweg.

Japaner-BasislagerEisalleeEisalleeEisalleeEisalleeHochlager unterhalb Saribungpass

 Am Hochlager unterhalb des Saribungpasses auf 5.800 m sind die Träger der Franzosen bereits angekommen und haben die Zelte aufgestellt. Also müssen wir uns selbst einen anderen Platz suchen. Direkt unterhalb eines großen Felsen, auf der Moräne graben wir mit unseren Eispickeln eine Fläche für das Küchen- und Mannschaftszelt. Wir, das sind die Schnellsten: Michi, Gerald, Bernd und ich. Danach bauen wir die „Appartements“ für uns Touristen auf – bei heftigem Wind. Zu viert kämpfen wir auf dieser Höhe und bei starkem Wind mit jeweils einem Zelt. Erst als alle Zelte aufgebaut sind, kommen die Anderen der Gruppe und können sich so gleich in ihre Zelte legen. Wir sind vom Zeltaufbau so erledigt, dass die Idee, noch einen 6.000er an diesem Tag zu besteigen, gar nicht mehr weiter verfolgt wird. Schade!

16. Tag: Dienstag, 27.10.2009
Hochlager – Saribung-Pass (6.000 m) – Saribung (6.328 m) – Hochlager „Ost“ auf Moräne (5.000 m)
ca. 250 hm bergauf bis Pass, bis Gipfel zusätzlich 280 hm, 1.000 hm bergab vom Pass bzw. 1.300 hm mit Gipfelbesteigung, 9 Std. Gehzeit

Sehr kalte Nacht, aber trotzdem gut geschlafen. Wir müssen die Zelte abbauen bevor wir Frühstück bekommen und zum Pass hinaufgehen. Die beiden Innsbrucker erklären, nicht auf den Gipfel zu gehen, da es ihnen nicht so gut geht. Die Anderen wollen die Gipfelbesteigung wagen. Ich merke die Höhe, habe aber kein Kopfweh und auch sonst fühle ich mich fit. Bald ist der Saribung-Pass erreicht, 6.000 m. Nach einer kurzen Pause nehmen Bernd und ich den Gipfel in Angriff. Ein Seil und andere Bergsteigerausrüstung ist nicht nötig, die Steigeisen aber hilfreich.

Der obere Teil ist etwa 35 Grad steil, aber ansonsten gibt es keine Schwierigkeiten. Und dann stehe ich ganz allein auf dem Gipfel des Saribung, 6.328 m, und genieße die Aussicht auf den Peri Himal und Himlung Himal – leider ist es kein Aussichtspunkt, dafür ist er zu niedrig, aber trotzdem ist es ein schönes Gefühl, den höchsten Gipfel der Tour und bislang meinen höchsten Berg erreicht zu haben. Bald kommt Bernd nach, wir machen noch Fotos, bis wir wieder absteigen. Die Anderen kommen uns entgegen – aber einige haben massive Höhenprobleme. Wir warten lange am Pass, dort hat sich Helga wegen ihrer Fußprobleme eine „Daunenwärmeanlage“ gebaut und lässt sich die Füsse massieren.

Unterhalb SaribungpassSaribungpassFüsse wärmen am SaribungGipfelhang des Saribung

Schließlich wird es Zeit, den langen Marsch über den Gletscher in Richtung unseres Zeltplatzes in Angriff zu nehmen.  Nachdem Helga wieder Probleme mit ihren Füßen bekommt, schicke ich sie voraus und packe ihren Rucksack noch zusätzlich auf. Das gestaltet sich nicht so einfach und das Gewicht in dieser Höhe macht sich ziemlich bemerkbar. Aber kurz vor den Zelten kommt mir einer der Sherpas entgegen und erbarmt sich meiner. Glücklich und zufrieden erreiche ich das Zelt auf einem richtigen Steinehaufen, wo ich Helga finde, die sich bemüht, ihre Füße warm zu bekommen.

Abstieg vom SaribungAbstieg vom SaribungAbstieg vom SaribungAbstieg vom Saribung

17. Tag: Mittwoch, 28.10.2009
Hochlager „Ost“ – Phu (3.980 m)
ca. 1.000 hm bergab, 6 Std. Gehzeit

Weiter geht es Richtung Zivilisation, Vegetation und Wärme. Doch der Weg führt über viele Steine, meist entlang eines steilen Abbruchs zum Fluß. Mehrmals müssen vereiste Flussläufe überquert werden. Es wird immer grüner. Wir erreichen nach einer Wegbiegung Phu, das sich an die Felsen schmiegt. Der Großteil der Gruppe stürzt sich sofort in eine „Kneipe“ und lässt sich das Bier schmecken. Einige nutzen die Zeit zum Fotografieren. Unser Zeltlager wird auf der anderen Seite des Flusses aufgeschlagen.

Überquerung von FlüssenÜberquerung von FlüssenWeg nach PhuWeg nach PhuWeg nach PhuBlick auf PhuKinder von Phu

18. Tag: Donnerstag, 29.10.2009
Phu – Meta (3.570 m)
ca. 400 hm bergab, 7,5 Std. Gehzeit

Steil geht es hinunter in eine Schlucht, dann später vorbei an Kyang, dem Winterquartier der Bewohner Phus, dann Chyaco (3.720 m). Wir erreichen Meta. Offensichtlich wird dieser Weiler zu einem Touristenstandort ausgebaut, überall große Bauaktivitäten, neue Lodges und Hütten entstehen. In einer Hütte, die wie eine Alm aussieht, bekommen wir Essen. Übernachten können wir auf dem dazugehörigen Campingplatz.

Zwischen Phu und MetaZwischen Phu und MetaZwischen Phu und Meta: KyangZwischen Phu und MetaZwischen Phu und Meta: ChyacoZwischen Phu und MetaZwischen Phu und MetaHütte in Meta

 

19. Tag: Freitag, 30.10.2009
Meta – Koto (2.640 m)
ca. 1.000 hm bergab, 5 Std. Gehzeit ohne Pause

Die Vegetation ist reich, vorbei an Wacholderbüschen, begegnen wir immer mehr Menschen. Wir entdecken „Vor-Ort-Sägewerke“ – hier wird das Holz gleich dort bearbeitet, wo es geschnitten wird, alles per Hand. Das Holz wird dann mühsam das enge Tal hinaus getragen. Eine unglaublich schwere Arbeit, z.T. muss seitlich gegangen werden, damit der Träger nicht riskiert, in die Schlucht zu fallen.

Entgegen der ursprünglichen Abmachung, unterwegs etwas zu Mittag zu essen, laufen wir durch bis Koto. Hier treffen wir auf einen Strom von Trekkern, die den Annapurna Trail machen. Koto selbst besteht aus schmucken Häusern und einer Reihe von Läden entlang des Hauptwegs. Der mächtige Gebirgsstock des Manaslu ragt im Abendlicht über das Dorf. Wir sind wieder in einem Hinterhof untergebracht.

Auf dem Weg nach KotoKoto

 

20. Tag: Samstag, 31.10.2009
Koto – Timang (2.750 m)
ca. 350 hm bergauf, 200 hm bergab, 2,5 Std. Gehzeit

Die heutige Etappe ist gerade mal 2 Stunden lang. Direkt am Haupttrail werden die Zelte dicht an dicht aneinander gereiht. Aber es gibt eine Dusche. Die meisten nutzen die Zeit, um sich und ihre Wäsche zu waschen. Aber der Tag gestaltet sich ziemlich langweilig und alle sind sich einig, dass diese Etappe zugunsten des nächsten Tages länger sein sollte.

Weg nach TimangTimangZeltplatz in TimangAbendstimmung in Timang

 

21. Tag: Sonntag, 01.11.2009
Timang – Jagat (1.800 m)
ca. 1.450 hm bergab, 9,5 Std. Gehzeit

Der Weg ist nicht zu verfehlen. Die Trekker marschieren wie Perlen an einer Perlenkette den Trail entlang. Dazwischen immer wieder Esel und Pferde.  Die Etappe gestaltet sich nochmals als sehr lang.

Spät erreichen wir den Campingplatz hinter Lodge. Die Zelte müssen z.T. schon im Dunkeln aufgebaut werden. Auch das Abendessen bekommen wir erst spät.

In der Nacht zerstört ein Esel unser Toilettenzelt. Trotz Haus sind auch hier die sanitären Anlagen sehr dürfig: Es gibt nur ein kleines Waschbecken und eine Toilette.

img_4409.JPGSägewerk in NepalCheckpointimg_4423.JPG

 

22. Tag: Montag, 02.11.2009
Jagat – Nadi Bazar/Ngadi (930 m)
ca. 370 hm bergab, 5,5 Std. Gehzeit

Auf einer schönen Wiese hinter einem netten Restaurant Campingplatz. Wir können im Freien zu Abend essen.

 Brücke in Nepalimg_4418.JPGimg_4423.JPGimg_4429.JPG

23. Tag: Dienstag, 03.11.2009
Ngadi – Bhulbhule (840 m)
ca. 90 hm bergab, 1,5 Std. Gehzeit

Diese Etappe ist nochmals sehr kurz. Bevor wir eigentlich richtig marschieren, erreichen wir schon unseren Campingplatz in Bhullbule. Dieser ist direkt am Fluss und jeder sehnt sich nach einem Bad. Umso größer ist die Enttäuschung, als wir feststellen müssen, dass die vorhandenen Toiletten total verdreckt und verstopft sind und der Weg zum Fluss durch eine Müllkippe getrennt wird. Da vergeht jedem die Lust auf Waschen. Wieder einmal hängen wir rum, vertreiben uns die Zeit mit einem kleinen Spaziergang durchs Dorf, durch Aufräumtätigkeiten und Schlafen.

Nach dem Abendessen heißt es Abschied nehmen von unserer Begleitmannschaft. Jeder bekommt sein Trinkgeld und ein ganzer Tisch von Ausrüstungsgegenständen, von Schuhen, Jacken, T-Shirts, Lampen wird verlost. Am Schluß ist jeder zufrieden. Auch wir, schließlich ist es die letzte Nacht im Zelt. Jeder freut sich auf eine Dusche und ein weiches, warmes Bett.

 Tombola

24. Tag: Mittwoch, 04.11.2009
Bhulbhule – Kathmandu

Busfahrt ca. 9 Std.

Auf der anderen Seite des Flusses von Bhullbule beginnt die Zivilisation. Bis dort können Busse fahren. Wir laufen über die Brücke zum „Busbahnhof“. Natürlich dauert es, bis das ganze Gepäck verstaut ist und jeder im Bus Platz genommen hat. Aber schließlich geht es auf holpriger Straße Richtung Kathmandu. Allmählich wird zwar die Straße besser, aber wir kommen aufgrund eines langen Staus nur sehr langsam voran. Unterwegs halten wir an einem Restaurant, um etwas zu essen.

Spät erreichen wir das bereits bekannte Shangri-La in Kathmandu und genießen als erstes die ersehnte Dusche. Unglaublich, wie dreckig man sein kann. Richtig zivilisiert und in sauberen Klamotten treffen wir uns im Garten zum Abendessen.

25. Tag: Donnerstag, 05.11.2009
Kathmandu

Nach dem Frühstück gehen wir auf Entdeckungsreise in Kathmandu. Auf dem Programm stehen die große Stupa in Swayambhunath und Pashupatinath. Letzteres ist ein riesiger hinduistischer Tempelbereich, in dem auch Verbrennungszeremonien von Toten stattfinden.

 Stupa in SwayambhunathStupa in SwayambhunathPashupatinathPashupatinath

Abschließendes Abendessen im Touristenzentrum Kathmandus. Aus vielen kleinen Schälchen wird serviert, wir sitzen am Boden. Zum Essen schließt sich noch ein Bekannter unseres Führers an, der allein auf Fotosafari in Nepal unterwegs war und dem sämtliche Ausweise und Geld geklaut wurden.

26. Tag: Freitag, 06.11.2009
Kathmandu – Abends: Rückflug über Abu Dhabi nach München

Besuch der Königsstadt Bhaktapur, die 15 km östlich liegt. Historisches Stadtbild, aber vor allem reine Touristenattraktion.

BhaktapurBhaktapur

 

Nachmittags nochmals Touristenzentrum Thamel mit Besorgung der letzten Einkäufe.

Veranstalter: Amical, Preis: 3.650 €

Trekking durch Mustang

Fazit:

  • Wer gerne ausgiebig und über längere Zeit wandert, für den ist diese Mustang-Reise eine tolle Alternative zu den Massentreckings in Nepal
  • Akklimationsphase sehr gut durchdacht. Wer besonders am Anfang auf langsames Gehen bedacht ist, wird keine großen Probleme mit der Höhe und v.a. der Passüberschreitung auf 6.000 m haben
  • Bergsteigerisch werden keine großen Anforderungen gestellt. Wer trittsicher ist und auch schon mit Steigeisen unterwegs war, hat keine Probleme
  • Die Anforderungen an die Kondition sind sehr hoch. Man muss in der Lage sein, täglich 6-8 Stunden zu laufen, und dies auch in der Höhe
  • Ansprüche an Essen und sanitäre Anlagen darf man nicht stellen
  • 4 Wochen Trecking mit Menschen, die sich ursprünglich nicht kennen, stellen eine hohe Anforderung an die Toleranz. Es ist damit zu rechnen, dass Spannungen spätestens nach 2 Wochen auftreten
  • Karge Landschaft, nicht mehr einsam, da auch andere Reiseveranstalter im Internet diese Route durch Mustang gefunden haben und sie entsprechend anbieten. Man sollte damit rechnen, dass man mit mindestens einer weiteren Gruppe diesen Treck macht
  • Leistung der Begleitmannschaft war sehr gut. Allerdings hatten wir offensichtlich Pech mit dem Koch, der sehr langweilig kochte, gerne und meist auf Dosen zurückgriff, die bereits von Beginn an mitgebracht wurden, wenig Abwechslung in den Speiseplan brachte, immer wieder kleine Portionen servierte und auf Fleisch fast vollständig verzichtete. Daher ist es auf alle Fälle ratsam, die Ernährung zusätzlich mit Schokoloade, Müsliriegel, Trockenobst u.ä.  aufzustocken
  • Gute Bergsteiger sind nicht unbedingt gute Gruppenführer. Meines Erachtens war unser Führer eher normales Gruppenmitglied als Führer
  • Problematisch wie immer die Trinkgeldfrage. Wir haben uns auf folgendes geeinigt: 20 Träger und 5 Küchenjungen je 30 €, Koch 80 € (wegen schlechter Leistung), 3 Sherpas je 45 €, stellvertretender Obersherpa 70 €, Obersherpa 110 €. Damit insgesamt 1.145 €, d.h. bei 12 Personen fast 100 €. Hinzukommen noch diverse Trinkgelder für Busfahrer, Hotelangestellte usw., so dass pro Person mit 120 € zu rechnen ist. Unser deutscher Führer machte einen höheren Vorschlag, der Veranstalter kalkulierte die Trinkgelder auf 70 – 90 €
  • Im Reisepreis enthalten ist das 13 Tage-Permit für 910 $
  • Zusätzlich Visumkosten für Nepal über 32 €, die am Flughafen in Kathmandu bezahlt werden

Wie jedes Jahr treffen wir „Mädels“ des HSG-Studiengangs MBE5 uns in einer europäischen Großstadt. Dieses Mal ist unser Ziel Kopenhagen, Dänemark.

Mit Wölfi fahre ich bereits einige Tage früher mit dem Auto los. Wir wollen noch die Stätten seiner Kindheit besuchen und etwas von dem für uns unbekannten Norddeutschland kennen lernen.

Bei dieser Reise entdecken wir in Borken ein fotogenes Bergwerksmuseum mit den alten Gerätschaften, das offenbar von den ehemaligen Bergwerksleuten gepflegt wird.

Borken-BergwerksmuseumBorken-BergwerksmuseumBorken-BergwerksmuseumBorken-Bergwerksmuseum

Nachdem wir das für Wölfi fast nicht wieder zuerkennende Städtchen Borken – dort ist er in die Volks- und Mittelschule gegangen – besichtigt haben, geht es weiter an die Ostsee. Die Unterkünfte dort sind ziemlich teuer. Wir fahren deshalb mit unserem „Luxus-Campmobil“ zu einem Campingplatz in Neustadt.  Am nächsten Morgen geht es weiter über die Brücke auf die Insel Fehmarn. Burg Fehmarn ist ein Touristenort mit vielen netten Lokalen – wir essen dort vorzüglichen Matjes zu Mittag. In der Nähe suchen wir uns am Strand einen Campingplatz. Von dort aus erkunden wir die Insel mit dem Fahrrad. Am nächsten Morgen setzen wir mit der Fähre nach Dänemark über.

Strandvergnügen an der Ostsee - FehmarnCampingplatz am StrandSpeisekarte auf FehmarnMatjesfilet auf FehmarnFehmarn - WindmühleÜberfahrt nach Dänemark mit der FähreÜberfahrt nach Dänemark mit der Fähre

Bald gelangen wir nach Kobe, einer bilderbuchmäßigen dänischen Kleinstadt.

 KobeKobeKobeKobe

Von dort ist es nicht mehr weit nach Kopenhagen und unser Hotel Fox, Jarmers Plads 3, mitten in der Stadt ist schnell gefunden. Es ist ein Designerhotel – jeder Raum anders gestaltet – leider schon etwas in die Jahre gekommen, aber relativ preiswert und eben zentral in Kopenhagen gelegen.

Von dort geht es zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Attraktionen der Stadt. Besser würde sich das Fahrrad eignen, aber die anderen Mädels haben leider keines dabei.

Bahnhof KopenhagenKopenhagen - InnenstadtKopenhagen - InnenstadtKopenhagen - ParkanlageKopenhagenKopenhagenKopenhagen - SilviaKopenhagen - wir MädelsKopenhagenKopenhagenKopenhagenKopenhagenBlick auf KopenhagenBlick auf KopenhagenKopenhagenKopenhagenKopenhagen - ehemalige Speicher, heute HotelKopenhagen - Sevinc, Marion, MartinaKopenhagen - Kleine MeerjungfrauKopenhagen - SchlossKopenhagen - JazzfestivalKopenhagen - die FotografenKopenhagen - die “Mädels”

Nach so vielen Eindrücken heißt es Abschied nehmen – die anderen fliegen wieder nach Hause, während Wölfi und ich mit dem Auto zuerst nach Westen und dann nach Süden fahren wollen.

Bevor wir über die Brücke Korsor fahren, machen wir noch einen kleinen Stopp in Roskilde und laufen die Einkaufsstraße entlang. Nach der Brücke, die übrigens genauso teuer ist wie die Fähre, endet unsere Landkarte. Aber wir denken, kein Problem, noch ein wenig nach Westen und dann nach Süden. Gesagt, getan. Aber irgendwann kommen Zweifel auf, nachdem sämtliche Wegweiser  nur noch auf Fähren führen. Ein paar nette Dänen erklären uns, dass wir auf einer Halbinsel sind und am besten einen Teil zurückfahren, um dann mit der Fähre in Bojden nach Fynshav, und damit endgültig aufs Festland, überzusetzen. Was bleibt uns anderes übrig! Aber dieser Irrweg führt uns zufällig nach Faaborg. Und dieses Städtchen entpuppt sich als wahres Schmankerl für Fotografen.

FaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborgFaaborg

Als wir Flensburg erreichen, ist es bereits Nacht. Ich bin sehr müde und so schlagen wir uns irgendwann in der Nähe der Autobahn bei Göttingen in die Büsche. Erst am nächsten Morgen entdecken wir, dass wir in einer Allee voller Kirschbäume genächtigt haben. Die Bäume scheinen nicht abgepflückt zu werden, die meisten Kirschen sind bereits sehr reif. Was bleibt uns da übrig, als eine Tüte dieser herrlichen Früchte mitzunehmen, bevor wir die Heimfahrt durch strömenden Regen antreten?

1. Tag: Anreise nach Amman

Direkt von München fliegen wir nach Amman, das wir am Abend erreichen. Am Flughafen müssen wir auf die Teilnehmer, die von Frankfurt gestartet sind, warten. Dann geht es zum Hotel Amman International. Unerwarteter Schneeregen erwartet uns am Ziel, der zur Änderung des Programms zwingt, da mehrere Pässe gesperrt sind und manches Wadi aufgrund von Wassermassen nicht begehbar ist.

2. Tag: Jerash, Madaba, Aqaba

Ein Bus bringt unsere Reisegruppe nach Jerash im Norden von Jordanien, das die Römer erbaut haben. Dieses erstreckt sich über ein riesiges und sehr interessantes Arsenal: Säulen, ein Forum, Tempel, Kirchen, Amphittheater. Es liegt auf 1.200 m Höhe, ist sehr fruchtbar und hat heute etwa 65.000 Einwohner.

Amman im SchneeAmman im SchneeBusfahrt nach JerashBusfahrt nach JerashUnser Führer in JordanienJerashJerashJerashJerashJerashJerashJerashJerashJerashJerashJerash

Von dort fahren wir nach Madaba. Madaba mit seiner St. Georgskirche ist berühmt durch die Mosaikdarstelung der Landkarte von Palästina. Diese Bodenkarte mit einer Fläche von 16 x 6 m zeigt schematisch das damalige Palästina mit dem Mittelpunkt Jerusalem. In Madaba essen wir außerdem zu Mittag in einem Restaurant in einem typischen Altstadthaus.

MadabaMadabaMadabaMadaba

Nach so viel Kultur geht es weiter hinauf zum Berg Nebo. Hier soll bereits Moses gestanden haben. Das diesige Wetter verhindert den versprochenen Blick in die Ferne nach Jerusalem oder Jericho, aber das Tote Meer ist zu erkennen. Im dortigen Kloster sucht ein deutscher Mönch die Gelegenheit zu einem Gespräch.

 

Mount Nebo

Nach diesem Stopp fahren wir mehrere Stunden nach Aquaba, also nach Süden, um am nächsten Tag unser Trekking im Wadi Rum zu beginnen. Das Hotel erreichen wir erst spät am Abend, so dass wir die Stadt nicht mehr erkunden können.

Fahrt nach AquabaFahrt nach AquabaFahrt nach AquabaFahrt nach Aquaba mit Blick auf WadiFahrt nach AquabaFahrt nach Aquaba

3. Tag: Wadi Rum
Gehzeit: ca. 5 Std.

Der Bus bringt uns zum Eingang des Wadi Rum. Dort sind erst einige Formalitäten zu erledigen, die natürlich unser Führer Eid al Kreisha für uns erledigt. Wir können daher die Infrastruktur des neuen Visitor Centers nutzen und erste Blicke auf dieses Wüstental erhaschen. Vorher passiert allerdings noch ein kleines Missgeschick: einer der Teilnehmer stößt sich so unglücklich an einer Bustür, dass er sich ein große Schnittwunde am Kopf einfängt. Nach kurzem Nachdenken bleibt nur der Transport zu einem Arzt, um diese nähen zu lassen.

Eingang zum Wadi RumEingang zum Wadi RumWadi Rum: JeepfahrerWadi Rum: Jeepfahrer

Die auf Kundschaft wartenden Jeepfahrer haben kein Glück mit uns: Unser Trekking beginnt hier. Auf den Spuren von Larence von Arabien, der 1917 im Wadi Rum war, wandern wir vorbei an der Lorenzquelle mit Felsgravuren zum Bergmassiv Khazali mit einer Schlucht und Felsgravuren. Bevor wir unser Nachtlager erreichen, kommen wir noch an einer natürlichen Steinbrücke vorbei.

Wadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumBeduzelt im Wadi RumBeduzelt im Wadi RumTeekannenKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtKhazali mit SchluchtMittagsessen im Wadi RumWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliWadi Rum - Khazali - SteinbrückeWadi Rum - KhazaliWadi Rum - KhazaliAbendstimmung im Wadi RumZeltlager im Wadi Rum

4. Tag: Wadi Rum
Gehzeit: 4 Std. , Aufstieg: 350 m, Abstieg: 250 m

Nach Frühstück mit Fladenbrot, Frischkäse und Marmelade wandern wir weiter und erreichen bald den Siq Noghra, eine enge Schlucht mit vielen Seiten-Schluchten. Die Schlucht öffnet sich in ein weites offenes Gelände. Irgendwo da draussen, in dieser Wüste, am Rande von Steinwänden, im Sand und umgeben von dürren Büschen warten unsere Zelte auf uns, in denen wir dieses Mal 2mal übernachten werden.

Wadi RumWadi RumWadi Rum - Siq NoghraWadi Rum - Siq NoghraWadi Rum - Siq NoghraWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumZeltlager im Wadi Rum

Vor dem Abendessen bleibt noch genug Zeit, um in den nahen Felsen zu kraxeln und die phantastischen Ausblicke in die Wüstenlandschaft in sich aufzunehmen.

Wadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi RumWadi Rum - Essenszelt

5. Tag: Wadi Rum – Besteigung des höchsten Berges von Jordanien Jebel Um ad-Dhami
Gehzeit: 5 – 6 Std. , Aufstieg: 600 m, Abstieg: 600 m

Diese Möglichkeit können wir uns natürlich nicht entgehen lassen: Die Besteigung des höchsten Berges von Jordanien, des Jebel Um ad-Dhami, 1.854 m. Dafür geht es erstmal ein ganzes Stück über die offene Ebene bis wir den eigentlichen Aufstiegspunkt erreichen. Auch wenn in unserer Beschreibung von schwieriger Wegfindung die Rede ist, geübte Wanderer finden auch ohne Führer den Weg zum Gipfel, wobei der eigentliche Gipfel durch einen Vorgipfel verdeckt ist. Der Blick vom Gipfel ist alle Mühen wert: man hat einen hervorragenden Blick über das Wadi Rum und bis nach Saudi Arabien. Landschaft pur, keine Ansiedlungen sind zu erkennen, nur Wüsten und Steinmeere. Auf dem gleichen Wege kehren wir zu unserem Lager zurück.

Wadi RumWadi RumWadi Rum - Jebel Um ad-DhamiWadi Rum - Blick vom Jebel Um ad-DhamiWadi Rum - Blick vom Jebel Um ad-DhamiWadi Rum - Blick vom Jebel Um ad-DhamiWadi Rum - Blick vom Jebel Um ad-DhamiWadi RumWadi Rum - Zeltlager mit BeduzeltWadi Rum - VerpflegungscrewWadi RumWadi Rum

6. Tag: Wadi Rum – Kerak – Wadi Finan
Fahrzeit: 6 Std.

Jeeps holen uns im Lager ab und mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit geht es über die Sandpisten zum Eingang des Wadi Rum. Jeder Jeepfahrer will es seinen Passagieren beweisen, dass er der Schnellste ist – wahrscheinlich um ein besonders großes Trinkgeld zu bekommen. Wir werden gehörig durchgerüttelt. Am Ein-/Ausgang ist die Fahrt zu Ende und wir wechseln auf einen größeren Bus, der uns zur Kreuzritterfestung Kerak bringt. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Burg. Leider muss der ursprüngliche Besuch des Wadi Ibn Hammad ausfallen, da dieser weiterhin nicht begehbar ist. Der Tag wird überwiegend mit Busfahren gefüllt, da der Hinweg zur Burg etwa 3 Stunden dauert und der Rückweg ebenfalls. Aber schließlich erreichen wir die Ökolodge in Wadi Finan.

Blick auf KerakBurg KerakKerakKerakKerakÖkolodge Wadi FinanÖkolodge Wadi Finan

7. Tag: Wadi Finan – Nationalpark Dhana
Gehzeit: 5 – 6 Std. , Aufstieg: 1.100 m

Direkt an unserer Unterkunft auf 330 m beginnt der Weg hinauf zum Wadi Dhana, 1.200 m. Wir sind mittenin einem Naturschutzgebiet mit vielen Pflanzen und Tieren. Die dort lebenden Beduinen verdienen ihren Unterhalt durch den ökologischen Anbau von Obst und Heilkräutern, durch die Herstellung von Silberschmuck und den zunehmenden Tourismus. Wir übernachten im schön hergerichteten Gästehaus in Dhana.

Wadi FinanWadi FinanWadi FinanNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaNationalpark DhanaGästehaus in DhanaGästehaus in Dhana

8. Tag: Dhana – unterhalb Mansura
Gehzeit: ca. 6 Std. , Aufstieg: 550 m, Abstieg: 900 m

Nach dieser netten Unterkunft mit herrlichem Blick auf unseren gestrigen Aufstieg setzen wir unser Trekking fort durch die kargen Landschaften Jordaniens. Zuerst auf der Teerstraße geht es hinauf und hinab, in Wadis, zu trockenen Flußläufen und entlang von Bergkanten. Ohne Führer wären wir hier verloren, keine Beschilderung, die Wegführung wechselt von ausgetretenen Wegen zu Hirtenpfaden und zu steinigen Straßen, aber auch zum Laufen im Gelände.

Trekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraZeltlager beim Trekking nach PetraZeltlager beim Trekking nach PetraZeltlager beim Trekking nach Petra

9. Tag: Entlang dem Wadi Araba
Gehzeit: ca. 6 Std. , Aufstieg: 800 m, Abstieg: 550 m

Wir wandern weiter. Erst zum Dorf Mansura, dann entlang eines Höhenwegs unterhalg der Rift Valley-Kante. Nur wenige Beduinen leben hier mit ihren Ziegenherden. Diese sind sehr neugierig und laden Vorbeiwandernde schnell zu einem Tee ein. Schade, dass wir in einer Gruppe sind, sonst hätten wir so manches Angebot wohl angenommen, um etwas über die Lebensweise der Beduinen zu erfahren. Im Wadi Araba machen wir auf einem Aussichtspunkt Mittag. Die Zelte werden in einer Felsbucht unterhalb des Höhenwanderweges aufgeschlagen.

Trekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach Petra

10. Tag: Weiterweg nach Heisha
Gehzeit: ca. 6 Std. , Aufstieg: 600 m, Abstieg: 650 m

Unser Weg führt uns weiter auf Schotterwegen und Ziegenpfaden durch eine Landschaft mit alten Wacholderbäumen, Schafs- und Ziegenweiden. Wieder geht es bergauf und bergab. Die Landschaft ändert sich drastisch, als plötzlich Felsen überall aus dem Boden „heraussprießen“. In einer malerischen Felslandschaft stehen heute unsere Zelte – in einem Hochtal mit angenehmen Temperaturen. In der Nähe befinden sich römische Wachtürme und Zisternen der Nabatäer und Edomiter.

Trekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraZeltlager bei Heisha

Nachdem wir wieder einmal relativ früh im Zeltlager sind, nutzen wir den Nachmittag zu einer ausgedehnten Fotopirsch rund ums Lager.

Trekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach Petra Fotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei HeishaFotopirsch bei Heisha

11. Tag: Heisha – Siq al Barid – Baidha – Petra
Gehzeit: ca. 8 Std. , Aufstieg: 700 m, Abstieg: 650 m

Ab Heisha ändert sich die Landschaft total: Hier wird bewässert und plötzlich tauchen in dieser pittoresken Steinwüste satte grüne Wiesen auf. Aber sobald das Wasser fehlt, befinden wir uns wieder in der kargigen, sandigen Felslandschaft. Aber schon früh haben in dieser Gegend Menschen gelebt, wie die antike Siedlung Siq al Barid (Klein Petra) oder die einige Kilometer entfernte neolithische Ausgrabungsstätte von Baidha beweist. Klein Petra gibt uns mit seinen Wasserleitungen, Zisternen und Fresken einen Vorgeschmack auf die Monumente von Petra.

Heisha - UmgebungHeisha - UmgebungHeisha - UmgebungHeisha - UmgebungHeisha - UmgebungHeisha - UmgebungTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraKlein Petra oder Siq al BaridTrekking nach PetraKurz vor BaidhaNeolithische Ausgrabungsstätte BaidhaTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach PetraTrekking nach Petra

Auf dem Weiterweg nach Petra gilt es noch eine etwa 10 m lange Schmalstelle zu überwinden. Für uns, die wir schwindelfrei und trittsicher sind, ist es mehr eine Gaudi. Aber übermütig sollte man an dieser Stelle nicht werden, da der Fels senkrecht hinabfällt. Jetzt noch um eine Kurve und wir erblicken das Felsenmonument von Ad-Deir und die ersten Touristenmassen. Der Grabtempel ist 47 m breit und 40 m hoch. Der Weg hinunter nach Petra und dann weiter zum Ort Wadi Mousa lässt eindrucksvolle Blicke auf einige Felsgräber erhaschen und wir sind schon gespannt, in den nächsten 2 Tagen Petra in seiner Gesamtheit zu entdecken.

Trekking nach PetraFotografen an der Schmalstelle vor PetraSchmalstelle vor PetraKurz vor PetraAd-Deir in PetraWeg nach Wadi MousaWeg nach Wadi MousaWeg nach Wadi MousaWeg nach Wadi MousaWeg nach Wadi MousaWeg nach Wadi MousaKameltaxiplatz in PetraKameltaxiplatz in PetraKameltaxiplatz in PetraKameltaxiplatz in PetraWeg nach Wadi Mousa

Nach einem langen Hatsch hinauf zum Wadi Mousa – hier dürfen keine Busse fahren – erreichen wir den Bus, der uns in ein neugebautes Resort, das Hotel Taybet Zaman bringt. Diese Unterkunft lässt wahrlich keine Wünsche offen, eigentlich ist jedes Zimmer ein eigener kleiner Bungalow. Nach den Tagen des Trekkings genießen wir diesen unverhofften Luxus umso mehr.

Hotelanlage in PetraHotelanlage in PetraUnser Hotelzimmer in PetraUnser Hotelzimmer in Petra

12. Tag: Wanderung durch Petra
Gehzeit: ca. 7 Std. , Aufstieg: 300 m, Abstieg: 300 m

Heute kommen wir nicht wie gestern über den „Hintereingang“ nach Petra, sondern nehmen wie Tausende andere Touristen den Haupteingang. Von dort laufen wir den Menschenmassen hinterher durch den 1.200 m langen Siq, eine von 70 m hohen Steilwänden flankierte Klamm. Diese endet vor dem sogenannten „Schatzhaus des Pharao“, El Khazne. Dieses Gebäude mit seinen Tempelsäulen ist 40 m hoch und 25 m breit. Es zeigt eindrucksvoll die Kunstfertigkeit und hohe Architekturkunst der Nabatäer. Damit aber nicht genug, damit fängt die phantastische Welt von Petra erst an. Das Auge kann sich gar nicht satt sehen ob der vielen Gebäube, Gräer, Theater und mehr. Da stört nicht einmal der Verkehr von Händlern, Touristen, Eselrikschen und Kamelen. Wir fühlen uns wie im Märchen oder in einer riesigen Stadt mit Filmkulissen.

Siq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von PetraSiq von Petra mit Blick auf SchatzhausSchatzhaus von PetraSchatzhaus von PetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraUnser Führer in PetraPetraPetraPetraPetra

Bis uns der Bus abholt, schlendern wir noch an den Buden am Eingang des Siq entlang.

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13. Tag: Petra über Al Madras, Hoher Opferplatz
Gehzeit: ca. 5 Std. , Aufstieg: 600 m, Abstieg: 600 m

Nachdem wir gestern Petra von innen angesehen haben, erkunden wir heute die Umgebung der Stadt über die al-Madras-Route. Diese beginnt gleich am Eingang des Siq. Wir wandern hinauf auf einsamen Seitenpfaden zu einem Aussichtspunkt. Von dort weiter zu einem antiken Hohen Opferplatz. Dort wurden Tiere, Korn und Milch geopfert. Überall hat man herrliche Ausblicke auf die Tempel und Gebäude von Petra. Laut Aussagen unseres Führers sind bislang erst ein Drittel dieser Stadt ausgegraben.

PetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraPetraEnde der Besichtigung von Petra

Der Abstieg führt uns durch das Wadi Farasa vorbei an weiteren Grabtempeln nach Petra zurück.

Am Nachmittag spazieren wir ohne die Gruppe nochmals durch dieser Zauberreich und lassen Petra auf uns wirken.

14. Tag: Fahrt zum Toten Meer

Heute heißt es Abschied nehmen von Petra – wir haben uns beide in diese zauberhafte Stadt verliebt.  Mit einigen Stops fahren wir ans Tote Meer.

Dort angelangt, nutzen die meisten der Gruppe, um sich zu entspannen oder ein Bad ohne Schwimmen im Meer auszuprobieren. Wir dagegen nutzen die Zeit, uns die Umgebung des Hotels anzusehen und mit den Jordaniern, die an der Straße Picknick machen, in Kontakt zu kommen.

Fahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerFahrt zum Toten MeerHotel am Toten MeerAm Toten MeerAm Toten MeerAm Toten MeerAm Toten Meer

15. Tag: Amman – Flug nach München

Ganz in der Früh holt uns der Bus ab und bringt uns direkt zum Flughafen nach Amman. Von dort geht es zurück nach München.

Fazit:

Wer gerne wandert und die Landschaft erleben will, für den gibt es keine bessere Möglichkeit, Jordanien kennen zu lernen. Die Wanderung nach Petra ist einmalig und zeigt die vielfältigen Landschaftsformen dieses Landes. Höhepunkt ist natürlich das Ziel Petra, das durch den Einstieg von hinten am Abend des Ankunfttages die Vorfreude und Neugier auf Mehr erst so richtig aufkommen lässt. Dieses Konzept ist gut durchdacht und absolut empfehlenswert.

Veranstalter: Hauser exkursionen
Preis: 2.365,00 Euro/Person + 100 Euro Trinkgeld (normal ca. 30 Euro, aber unser Kassier konnte nicht wirtschaften und bezahlte zudem gegen unseren ausdrücklichen Wunsch Getränke)

Wetter:
Beim Trekking nach Petra üblicherweise Eintrübung am Nachmittag mit Hang zu Regen (wir blieben damit verschont) und z.T. starkem Wind in der Nacht. Unbedingt warme und winddichte Kleidung mitnehmen, sowie einen warmen Schlafsack

Sonstiges:
Die Trinkgeld-Kultur ist sehr stark ausgeprägt. Man hat den Eindruck, dass für jeden Händedruck Trinkgeld fällig wird. Übertreiben Sie es damit nicht. Die Anspruchshaltung wird dadurch permanent nach oben getrieben. Der Hauptteil des Einkommens sollte über die Bezahlung der Arbeit an sich erfolgen und nicht über das Trinkgeld.
Nehmen Sie sich Trinkwasser mit. Die Busfahrten sind z.T. lang und es wird nicht unbedingt zentral dafür vorgesorgt.

Mit der Eisenbahn fahren Wölfi und ich direkt von München nach Wien (Auto am Mangfallplatz abgestellt, da gut per U-Bahn erreichbar. Kosten Fahrkarte 79 Euro pro Person). In gut 4 Stunden sind wir am Westbahnhof. Von dort gelangen wir per Tram zu unserem Hotel De Lux (DZ pro Nacht 70 Euro ohne Frühstück). Jetzt gilt es Wien zu entdecken:

Das lässt sich am besten durch ein 3-Tages-Ticket des Wiener Liniennetzes (18,50 Euro) realisieren, mit dem man uneingeschränkt die U- und S-Bahnen, Trams und Busse benutzen kann. Wir sind überrascht von den vielen historischen Bauten, die vom Prunk und Reichtum der K&K-Dynastie zeugen.

WienWienWienWien

Auch wenn natürlich mittlerweile Autos, Mopeds und Fahrräder die Szene beherrschen, sind die Wiener Fiaker nicht aus dem Stadtbild wegzudenken.

Wiener FiakerWiener FiakerWiener FiakerWiener Fiaker

Ganz besonders lohnt sich der Besuch der z.Zt. stattfindenden Van Gogh Ausstellung in der Albertina, ein Besuch auf dem Zentralfriedhof mit vielen Gräbern von berühmten Persönlichkeiten, wie Mozart, Beethoven, Schubert bis hin zu den verschiedensten Presseleuten und natürlich Freiherren; sowie ein Spaziergang rund um den Stephansdom bei Nacht.

Zentralfriedhof: Grab von PresseleutenWien bei NachtWien bei NachtWien - Maulkorbzwang für Zamperl

Oktober ist eine günstige Zeit, um Wien zu entdecken: Die Temperaturen sind angenehm und die Zahl der Touristen hält sich in Grenzen. Schließlich fallen die Massen der Donauschifffahrer und die Donauradler weg. Trotzdem sollte man einen Ausflug zur Landestelle der Schiffe mit dem dahinterliegenden modernen Geschäftszentrum unternehmen.

Wien DonauWien DonauWien DonauWien Donau

Der kulinarische Genuß darf in Wien natürlich ebenfalls nicht fehlen. Überall stößt man auf herrliche Cafes, Restaurants und diverse Zuckerbäcker. Sie verführen zum Verweilen und zum Genießen der vielen Leckereien.

Wien KneipeWien Cafe Schloss SchönbrunnWien CafespezialitätenWien Zuckerbäcker

Wien ist besonders reich an Museen und Ausstellungen. Begeistert waren wir vom Technischen Museum. Es zeigt die Herstellung von Musikinstrumenten mit den verschiedensten Experimenten Musikinstrumente miteinander zu verknüpfen, Flugobjekte, Haushaltsgeräte, Milcherzeugung, Kraftturbinen, Motoren, Autos, und und und.

Wien: Hinweise auf Ausstellungen und MuseenWien Kinder auf dem Weg ins MuseumWien Technisches MuseumWien Technisches Museum

Ganz in der Nähe ist das Schloss Schönbrunn mit Palmenhaus und Tiergarten.

Wien SchönbrunnWien SchönbrunnWien SchönbrunnWien SchönbrunnWien SchönbrunnWien Schönbrunn PalmenhausWien Schönbrunn PalmenhausWien Schönbrunn Palmenhaus

Nicht nur Kinder wollen den Prater mit seinem berühmten Riesenrad sehen, sondern auch wir. Auf dem Weg mit der Tram fahren wir zufällig am Hundertwasser-Haus vorbei und springen für einen Fotostopp schnell ab.

Der Prater ist untertags wie ausgestorben, offensichtlich sind die Fahrgeschäfte erst abends in Betrieb.

Wien PraterWien PraterWien PraterWien PraterWien PraterWien PraterWien PraterWien Bären

Mittwoch, 10. September 2008

Mit unserem Auto starten wir gen Wien. Wir wollen gemütlich von Salzburg aus über die Wachau in die österreichische Landeshauptstadt fahren. Aber hinter Straßwallen gebe ich als Fahrerin entnervt auf: Ich habe genug, bei diesem herrlichen Herbstwetter im Auto zu sitzen und durch verstopfte Straßen zu kriechen. Also disponieren wir um:

Wir fahren zum Attersee. Dort schwingen wir uns auf die Räder, stärken uns bereits nach einem Kilometer in Nußdorf bei Sandro, einem guten Italiener mit Wiener Schnitzel und Tiramisu und fahren auf ausgeschildeter Route rund um den Attersee. Auf der Ostseite ist der Radweg gut coupiert und fernab von Autos, während auf der Ostseite uns leider nur die Hauptverkehrsstraße bleibt.

Ingesamt 52 km, 450 Höhenmeter, 2 1/2 Stunden unterwegs.

Wir campen auf dem Campingplatz in Unterach, südlich am Attersee. Wir teilen uns den Platz mit 5 anderen Fahrzeugen, so dass jeder viel Platz hat.

Biergarten Sandro am AtterseeHaus am AtterseeAtterseeAtterseeHasenstall im kleinformatigen BauernhofRadlgarage - SchildHundenapf - SchildCampingplatz am Attersee

Donnerstag, 11. September

Wir fahren mit dem Auto weiter nach St. Wolfgang am gleichnamigen See. Dort beziehen wir „Quartier“ am Seecampingplatz Appesbach. Wölfi hat heute keine Lust zum Radeln. Ich dagegen will das gute Wetter ausnutzen. Also geht es über Weißenbach hinauf zur Postalm (Mautstraße), hinunter nach Abtenau und über Gosau, Bad Goisern und Bad Ischl nach St. Wolfgang zurück. Die Strecke ist länger als gedacht und der Hintern tut verflixt weh. Ich muss mir jeden Kilometer abringen.

Insgesamt 95 km, 1.500 Höhenmeter, 4.45 Stunden

Mautstraße Weißenbach - PostalmPostalmBlick Richtung DachsteinCampingplatz am Wolfgangsee

Freitag, 12. September

Nach der gestrigen langen Radtour haben wir heute Lust auf reines Touri-Dasein. Wir beginnen mit einem Rundgang und einem Ausflug im Cafe in Bad Goisern und fahren weiter nach Hallstatt am Hallstätter See. Das Wetter trübt zusehends ein. Wir finden in Lahn, direkt südlich von Hallstatt einen Campingplatz.

Durch Hallstatt ziehen bereits viele Touristen. Busseweise kommen sie an. Auch wir sind begeistert von diesem Städtchen, das durch die Salzgewinnung bereits vor 2000 Jahren zu Reichtum gekommen ist und einen ganz eigenen Charme versprüht. Mit Bummeln und Fotografieren vergeht der Nachmittag im Nu.

HallstattHallstattHallstattHallstattHallstattHallstatt - MartkplatzHallstatt - KircheHallstatt - WegweiserHallstatt - KerberweiberHallstatt - ThunKunst in HallstattKunst in Hallstatt

Samstag, 13. September

Der heftige Regen nachts und der regnerische Morgen machen unsere Pläne zunichte, in Richtung Dachstein zu wandern. Mit Regenausrüstung ausgerüstet, machen wir uns daher auf den Weg zum Salzbergwerk und marschieren weiter Richtung Plassen. Leider hängen die Wolken so dicht, dass wir nichts von der Umgebung sehen. Der Forstweg ist uns daher zu langweilig und wir kehren ohne Gipfelbesteigung um. Vielleicht klappt es ja morgen mit einer vernünftigen Bergtour.

Blick auf HallstattHallstatt - BergwerkstollenWeg Richtung GassenRudolfsturm - Salzberg Hallstatt

Sonntag, 14. September

Offenbar kehrt der Winter bereits ein. Die Campingplatzbesitzerin klärt mich auf, dass auf dem Platz 3 Monate lang im Winter die Sonne nicht ankommt. Dafür ist es zwar noch zu früh, aber auch heute regnet es und es ist empfindlich kalt. Die Schneegrenze dürfte irgendwo zwischen 1.000 und 1.500 Höhenmeter liegen. Die Wetteraussichten sind auch nicht besser. Also entschließen wir uns schweren Herzens zur vorzeitigen Heimreise. Nach 2.45 Stunden sind wir wieder daheim.

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