Hausbau


Wer ein altes Haus renovieren will und den Originalzustand möglichst wieder herstellen will, kommt nicht umhin, alte Baumaterialien zu besorgen. War dieses bis vor einigen Jahren nur zeitaufwändig und mit guten Kenntnissen des Antiquitäten- und Sammlermarkts möglich, stellt das Internet ganz neue Möglichkeiten dar. Im Osten Deutschlands und in den angrenzenden Ostländern gibt es jede Menge schrottreifer Immobilien, die nicht mehr restaurierungsfähig sind, aber jede Menge alter Baumaterialien beinhalten. Türen – Haustüren und Innentüren, Fenster, Fliesen, Böden, Decken, Einbauten, Holzbalken werden von findigen Unternehmern ausgebaut und im Internet angeboten. Aber auch Privatleute schrecken vom Wegwerfen dieser teilweise wunderbar erhaltenen Materialien zurück und suchen einen Weg, diese zu verkaufen. An erster Stelle steht natürlich eBay, aber Spezialisten bieten Ihre Ware mittlerweile auch selbst über den eigenen Internetauftritt an.

Dank eBay ist es auch möglich, rare Dinge per Suchauftrag über kurz oder lang erwerben zu können. Daneben bieten Händler an, das Benötigte zu besorgen.

Neben dem Internet finden sich alte Baumaterialien immer mal wieder auf Flohmärkten. Außerdem können Sie natürlich versuchen, mit dem Eigentümer alter, verfallener Immobilien Kontakt aufzunehmen und auf diese Weise altes Material erwerben.

Auf diesen Internetseiten finden Sie daher auch Adressen von Internetseiten und Händlern.

Allgemeine Tipps:

  • Erwerben Sie sich Fachwissen über die angebotenen Baumaterialien über ebay: was wird gehandelt, wie ist der Zustand, was kosten diese? Angebote von Privatverkäufern sind meist etwas billiger zu bekommen. Händler verkaufen gerne über „Sofort Kaufen“. Der Preis beinhaltet aber auch die Möglichkeit zur Rückgabe. Das ist beim Privatkauf im allgemeinen nicht der Fall.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen ein Händler den Kauf direkt anbietet, also ohne eBay. Dann sollten Sie die Ware erst bei Lieferung bezahlen. Ansonsten gehen Sie das Risiko ein, die Ware nie zu bekommen. Und bei eBay sollten Sie die Möglichkeit nutzen, sich über den Verkäufer durch die Bewertung anderer Käufer zu informieren.
  • Nutzen Sie Ihr Wissen auch, wenn Sie mit Händlern vor Ort verhandeln.

Einen besonderen Reiz stellen alte Türen, in diesem Fall sind Innentüren gemeint, dar. Meist mit Kassetten, z.T. mit Glaseinsätzen, sind sie aus Massivholz und in alten Stadthäusern eingesetzt, üblicherweise weiß gestrichen. Immer wieder finden sich auf dem Antiquitätenmarkt, auf Trödelmärkten und auf eBay entsprechende Angebote. Die Türen eignen sich für zu restaurierende Objekte, aber auch in einem Neubau vermitteln sie Charme.

Um alte Türen einbauen zu können, sollten Sie folgendes beachten:

  • Die meisten Türen werden ohne Zargen, also ohne Türrahmen verkauft. Hier brauchen Sie einen Schreiner, der Ihnen eine passende Türzarge anfertigt und einbaut. Die Herausforderung sind dann die passenden Türangeln, die Sie ebenfalls am besten bei Antiquitätenhändler oder im Internet, z.B. bei ebay erwerben können. Die Türbeschläge gibt es meistens nur im Set, also Ober- und Unterteil zusammen. Ein guter Schreiner baut in diesem Fall die Angel am Türblatt aus und ersetzt diese mit der neuen. Damit ist sicher gestellt, dass die beiden Teile zusammen passen.
  • Für Anfertigung und Montage eines vom Schreiner gefertigten Türrahmens müssen Sie mit ca. 500 Euro rechnen. Bei größeren Rahmen auch mit 700 – 1.000 Euro.
  • Viele Innentüren haben alte Türschlösser. In den meisten Fällen fehlt allerdings der Schlüssel. Diesen kann nur ein Schlosser passend machen. Wenn kein Türschloss vorhanden ist, können Sie dieses wiederum als altes Bauelement erwerben.
  • Zunehmend alte Innentüren mit den Türrahmen zusammen ausgebaut und verkauft. Allerdings passen diese in den wenigsten Fällen zu Ihrer Mauerstärke, um die alten Türen sofort einbauen zu können. Weniger Problem bereitet es, wenn der Rahmen für eine dickere Mauerstärke vorgesehen ist als Ihre. Dann können Sie bzw. Ihr Schreiner diesen passend auf Ihre Gegebenheiten zuschneiden. Anders sieht es aus, wenn Ihre jetzige Mauerstärke größer ist als die Breite der Zarge. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als diesen zu verbreitern, also mit einem Holzteil anzustückeln. Hier eignen sich aufgrund der einfachen Verarbeitungsmöglichkeit, Holzlatten aus Fichte, die Sie im Baumarkt erwerben können. Mit Holzleim kleben Sie diese an der Zarge fest. Da der Übergang selten so gelingt, dass er im gestrichenen Zustand nicht sichtbar ist, müssen Sie diesen am Besten vor Einbau mit Holzpaste und Schleifen entsprechend herrichten. Bauen Sie dann die Zarge ein und stecken das Gegenstück darauf. Natürlich ist dieses in der Regel nicht so einfach und übergangslos wie bei einer neuen, industriell gefertigten Türe. Handwerkliches Können und das „sich verabschieden von Perfektion“ ist nötig. Bevor Sie zu streichen beginnen, müssen Sie wiederum mit Holzpaste und Schleifen die Problemstellen beseitigen. Das gilt übrigens auch für das Türblatt.

Wenn Sie all die beschriebenen Probleme nicht davon abhalten, alte Türen einzubauen, werden Sie sicherlich Ihre Freude haben. Natürlich sehen diese von Anfang an „alt“ aus, haben ihre Scharten und Sprünge. Aber sie erzählen auch eine häufig 100 Jahre alte Geschichte. Und üblicherweise lassen Sie mit Ihrer Handarbeit die Türen in ihrem alten Glanz erstrahlen, denn bezahlbar ist die geleistete Arbeit, auch wenn Sie die Türe für nur 10 € erworben haben, in den seltensten Fällen.

Im Zuge unserer Bauaktivitäten wurde von den Handwerkern ein Grenzstein entfernt. Nachdem unser Nachbar auf Neuvermessung dieses Grenzsteins bestand, stellte ich beim zuständigen Vermessungsamt einen entsprechenden Antrag. Prompt erhielt ich eine Bestätigung mit dem Hinweis, dass der genaue Vermessungstermin in drei bis vier Monaten sei. Zusätzlich wurde mir ein Faltblatt mitgeschickt, das detailliert die zu entrichtenden Gebühren auflistete.

Tatsächlich rückten dann fast 4 Monate nach Antrag 3 Mann an, um den Grenzstein zu setzen. Aufgrund der Hangneigung und der verwachsenen vorhandenen Grenzmarkierungen gestaltete sich die Einmessung schwieriger als erwartet. Mein Mann half mit Axt und Schaufel bewaffnet bei der Suche mit, während ein „Helfer“ des Vermessungsamts auf seine Schaufel gestützt lieber die Aussicht genoss.

Bei der Unterschrift des Abmarkungsprotokolls wurden mir nochmals die Kosten mitgeteilt: Grenzpunkt x Wertfaktor 1,7 (bei einem Bodenwert von 50 – 200 €) plus USt.

Umso größer mein Erstaunen, dass ich kurz nach dem Vermessungstermin eine Rechnung der Gemeinde erhielt. Hier wurden mir die Kosten für den „Helfer“, der sich jetzt Feldgeschworener nannte, in Rechnung gestellt. Immerhin weitere 90 € wurden dadurch fällig.

Mein Anruf beim Vermessungsamt blieb erwartungsgemäß erfolglos: Ja, der Feldgeschworene ist zusätzlich zu bezahlen, die Kosten im Faltblatt beziehen sich nur auf die Kosten für das Vermessungsamt und die Kosten für den Feldgeschworenen seien ja nicht so hoch. Die Mithilfe des Antragstellers wird erwartet – offenbar auch die Bereitstellung von Werkzeug. Der Feldgeschworene bat um eine Bohrmaschine mit einem Maurerbohrer von 8mm Durchmesser.

Wofür man ein Faltblatt herausgibt, das nur einen Teil der tatsächlichen Kosten aufführt, ist mir ein Rätsel. Meines Erachtens könnte man sich dieses sparen, da es in der jetztigen Form den Antragsteller nur in die Irre führt. Statt der ursprünglichen Summe von 525,98 € kostet die Vermessung eines Grenzsteins nunmehr 615,98 und damit satte 17 % mehr, als mir ursprünglich genannt wurde! Bei einem privaten Unternehmen würde ich diese Leistung nicht anerkennen, aber bei einer Behörde, die sich hinter irgendwelchen Paragraphen verschanzt, bleibt mir keine Wahl.