Einen besonderen Reiz stellen alte Türen, in diesem Fall sind Innentüren gemeint, dar. Meist mit Kassetten, z.T. mit Glaseinsätzen, sind sie aus Massivholz und in alten Stadthäusern eingesetzt, üblicherweise weiß gestrichen. Immer wieder finden sich auf dem Antiquitätenmarkt, auf Trödelmärkten und auf eBay entsprechende Angebote. Die Türen eignen sich für zu restaurierende Objekte, aber auch in einem Neubau vermitteln sie Charme.

Um alte Türen einbauen zu können, sollten Sie folgendes beachten:

  • Die meisten Türen werden ohne Zargen, also ohne Türrahmen verkauft. Hier brauchen Sie einen Schreiner, der Ihnen eine passende Türzarge anfertigt und einbaut. Die Herausforderung sind dann die passenden Türangeln, die Sie ebenfalls am besten bei Antiquitätenhändler oder im Internet, z.B. bei ebay erwerben können. Die Türbeschläge gibt es meistens nur im Set, also Ober- und Unterteil zusammen. Ein guter Schreiner baut in diesem Fall die Angel am Türblatt aus und ersetzt diese mit der neuen. Damit ist sicher gestellt, dass die beiden Teile zusammen passen.
  • Für Anfertigung und Montage eines vom Schreiner gefertigten Türrahmens müssen Sie mit ca. 500 Euro rechnen. Bei größeren Rahmen auch mit 700 – 1.000 Euro.
  • Viele Innentüren haben alte Türschlösser. In den meisten Fällen fehlt allerdings der Schlüssel. Diesen kann nur ein Schlosser passend machen. Wenn kein Türschloss vorhanden ist, können Sie dieses wiederum als altes Bauelement erwerben.
  • Zunehmend alte Innentüren mit den Türrahmen zusammen ausgebaut und verkauft. Allerdings passen diese in den wenigsten Fällen zu Ihrer Mauerstärke, um die alten Türen sofort einbauen zu können. Weniger Problem bereitet es, wenn der Rahmen für eine dickere Mauerstärke vorgesehen ist als Ihre. Dann können Sie bzw. Ihr Schreiner diesen passend auf Ihre Gegebenheiten zuschneiden. Anders sieht es aus, wenn Ihre jetzige Mauerstärke größer ist als die Breite der Zarge. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als diesen zu verbreitern, also mit einem Holzteil anzustückeln. Hier eignen sich aufgrund der einfachen Verarbeitungsmöglichkeit, Holzlatten aus Fichte, die Sie im Baumarkt erwerben können. Mit Holzleim kleben Sie diese an der Zarge fest. Da der Übergang selten so gelingt, dass er im gestrichenen Zustand nicht sichtbar ist, müssen Sie diesen am Besten vor Einbau mit Holzpaste und Schleifen entsprechend herrichten. Bauen Sie dann die Zarge ein und stecken das Gegenstück darauf. Natürlich ist dieses in der Regel nicht so einfach und übergangslos wie bei einer neuen, industriell gefertigten Türe. Handwerkliches Können und das „sich verabschieden von Perfektion“ ist nötig. Bevor Sie zu streichen beginnen, müssen Sie wiederum mit Holzpaste und Schleifen die Problemstellen beseitigen. Das gilt übrigens auch für das Türblatt.

Wenn Sie all die beschriebenen Probleme nicht davon abhalten, alte Türen einzubauen, werden Sie sicherlich Ihre Freude haben. Natürlich sehen diese von Anfang an „alt“ aus, haben ihre Scharten und Sprünge. Aber sie erzählen auch eine häufig 100 Jahre alte Geschichte. Und üblicherweise lassen Sie mit Ihrer Handarbeit die Türen in ihrem alten Glanz erstrahlen, denn bezahlbar ist die geleistete Arbeit, auch wenn Sie die Türe für nur 10 € erworben haben, in den seltensten Fällen.