Im Zuge unserer Bauaktivitäten wurde von den Handwerkern ein Grenzstein entfernt. Nachdem unser Nachbar auf Neuvermessung dieses Grenzsteins bestand, stellte ich beim zuständigen Vermessungsamt einen entsprechenden Antrag. Prompt erhielt ich eine Bestätigung mit dem Hinweis, dass der genaue Vermessungstermin in drei bis vier Monaten sei. Zusätzlich wurde mir ein Faltblatt mitgeschickt, das detailliert die zu entrichtenden Gebühren auflistete.

Tatsächlich rückten dann fast 4 Monate nach Antrag 3 Mann an, um den Grenzstein zu setzen. Aufgrund der Hangneigung und der verwachsenen vorhandenen Grenzmarkierungen gestaltete sich die Einmessung schwieriger als erwartet. Mein Mann half mit Axt und Schaufel bewaffnet bei der Suche mit, während ein „Helfer“ des Vermessungsamts auf seine Schaufel gestützt lieber die Aussicht genoss.

Bei der Unterschrift des Abmarkungsprotokolls wurden mir nochmals die Kosten mitgeteilt: Grenzpunkt x Wertfaktor 1,7 (bei einem Bodenwert von 50 – 200 €) plus USt.

Umso größer mein Erstaunen, dass ich kurz nach dem Vermessungstermin eine Rechnung der Gemeinde erhielt. Hier wurden mir die Kosten für den „Helfer“, der sich jetzt Feldgeschworener nannte, in Rechnung gestellt. Immerhin weitere 90 € wurden dadurch fällig.

Mein Anruf beim Vermessungsamt blieb erwartungsgemäß erfolglos: Ja, der Feldgeschworene ist zusätzlich zu bezahlen, die Kosten im Faltblatt beziehen sich nur auf die Kosten für das Vermessungsamt und die Kosten für den Feldgeschworenen seien ja nicht so hoch. Die Mithilfe des Antragstellers wird erwartet – offenbar auch die Bereitstellung von Werkzeug. Der Feldgeschworene bat um eine Bohrmaschine mit einem Maurerbohrer von 8mm Durchmesser.

Wofür man ein Faltblatt herausgibt, das nur einen Teil der tatsächlichen Kosten aufführt, ist mir ein Rätsel. Meines Erachtens könnte man sich dieses sparen, da es in der jetztigen Form den Antragsteller nur in die Irre führt. Statt der ursprünglichen Summe von 525,98 € kostet die Vermessung eines Grenzsteins nunmehr 615,98 und damit satte 17 % mehr, als mir ursprünglich genannt wurde! Bei einem privaten Unternehmen würde ich diese Leistung nicht anerkennen, aber bei einer Behörde, die sich hinter irgendwelchen Paragraphen verschanzt, bleibt mir keine Wahl.