Mi 21 Jul 2010
Karnische Alpen
Gebloggt von Angela unter Reisen
Mittwoch, 21.07.2010
Fahrt über Felbertauerntunnel und Lienz nach St. Lorenzen, 1.127 m, im Lesachtal zwischen Karnischen und Gailtaler Alpen. Dort Quartier im Anderle Hof (anderlehof@aon.at, Tel. +43/4716/331).
Um 15.00 Uhr starten wir noch zu einer “kleineren” Wanderung: Über die Lackenalm, 1.614 m, zum Lackenkreuz, 1.703 m, und weiter über den WW22 zum Soleck, 2.221 m hinauf. Außer uns ist niemand unterwegs, aber die Lackenalm ist bewirtschaftet. Zurück gehen wir über das Tuffbad, 1.262 m. Dort befindet sich nicht nur das 4-Sterne Almwellnesshotel Tuffbad sondern auch ein Gasthof, in den wir zum Abendessen einkehren, bevor wir uns auf den Rückweg machen.
1.200 Hm, 4.00 h
Donnerstag, 22.07.2010
Nach einem kräftigen Frühstück mit Müsli und Wurst und Käse, starten wir um 9.00 Uhr mit den Mountain Bikes. Auf der Bundesstraße geht es über die Brücke nach Wiesen, 1.258 m, hinunter zum Fluß, 1.042 m, und hinauf nach Frohn. Bald darauf endet die Teerstraße und auf dem WW 448 fahren wir hinauf zur Ingridhütte, 1.646 m. Hier ist die Weiterfahrt für Räder verboten, also parken wir unsere MTBs an einem Baum und gehen zu Fuß weiter zum Hochweißsteinhaus, 1.867 m.
Dort erwischen wir den falschen Weg und eilen den Friedensweg (WW 403) entlang. Dieser geht durch phantastische Blumenwiesen quer über den Hang, aber wir wollen eigenlich auf das Hochalpjoch, 2.278 m hinauf. Also wieder zurück zum Alpenvereinshaus und erneuter, diesmal richtiger Anstieg. Am Joch machen wir eine ausgiebige Pause. Ich klettere noch hinauf zum Monte Peratha, 2.694 m. Mit Wölfi will ich mich am Passo Sesis wieder treffen. Doch er ist nicht da, also weiter hinunter. Irgendwann kehre ich um in der Erkenntnis, dass er unmöglich vor mir sein kann. Wieder hinauf zum Passo Sesis und noch einige Meter weiter. Da sehe ich ihn endlich daherkommen – er hat aufgrund des kalten Windes an den ehemaligen Stellungen aus dem 1. Weltkrieg gewartet und ich bin irgendwie an ihm vorbei gelaufen.
Gemeinsam gehen wir über den Passo Sesis zum Hochweißsteinhaus und gönnen uns dort ein Abendessen. Danach weiter hinab zu den Rädern und hinauf nach St. Lorenzen.
Ca. 2.000 Hm, 10.00 h incl. Pausen, Wegzeit 8.30
Freitag, 23.07.2010
Wieder Start um 9.00 Uhr von St. Lorenzen. Dieses Mal fahren wir mit den Rädern in die andere Richtung nach Mattling. Kurz vor Birnbaum biegen wir nach rechts ab hinunter zum Fluß, 845 m. Dann geht es gleich bergauf nach Nostra, 1.038 m. Die Teerstraße ist zu Ende und erst bergab, dann entlang des Tals geht es bergauf und bergab zur Hubertuskapelle, 1.114 m und weiter bis zu einer Schranke, 1.250 m. Hier ist auch für die Autos Schluß. Wir lassen unsere Räder stehen und gehen die Serpentinen hinauf. Lange zieht sich der Weg hin. Das Wetter wird immer ungemütlicher, bis wir endlich die Wolayer See Hütte, 1.967 m erreichen. Beim Mittagessen wärmen wir uns auf, bevor wir den Geo-Trail in Angriff nehmen. Statt der erhofften Versteinerungen stoßen wir nur auf Schautafeln. Das Gelände bis zum Valentintörl, 2.138 m ist anspruchsvoll – am Schluß sogar ein kleiner “Klettersteig”. Die Hütte und der See sind dann aber relativ schnell erreicht.
Wir eilen hinunter – schließlich ist der Weg zum Quartier noch weit – und genießen dabei die Bewunderung anderer Wanderer, die statt mit den Rädern mit dem Auto bis zur Schranke gefahren sind.
2.100 Hm, 9.00 h incl. Pausen, Wegzeit 8.00 h
Samstag, 24.07.2010
Es ist kalt geworden und regnerisch. W. besteht auf einem Ruhetag. Deshalb fahren wir nach Maria Luggau und besuchen dort die Kirche, das Kloster und den Mühlenweg.
Dann Weiterfahrt nach Obertilliach: Wir streunen durch die dortigen Gassen und schauen uns die alten Bauernhäuser und die Kirche an. Ein großer Gasthof, der sich seiner kulinarischen Küche rühmt, verführt uns zum Mittagessen. Wir schlemmen Bauerngröstl, Tiroler Leber und Mousse au Chocolat.
Wenn wir schon in Obertilliach sind, muss ich natürlich auch das nordische Skistadion gesehen haben. Kein Hinweisschild, kein Eintrag auf der Karte. Also fahren wir auf Verdacht weiter Richtung Silian und finden es dort tatsächlich. Unerklärlich ist für uns, wie sie dort eine Großveranstaltung abhalten können – kaum Parkplätze und sehr wenig Platz für Zuschauer.
Ich brauche noch ein wenig Bewegung und so fahre ich von Obertilliach, 1.450 m mit dem MTB zum Fluß, 1.342 m, hinauf zum Klapfsee und zur Neuen Porzehütte, 1.942 m. Leider regnet es fast durchgehend und es ist empfindlich kalt. W. hat sich inzwischen mit dem Auto zum Quartier aufgemacht und so fahre ich auf der Bundesstraße zurück.
Ca. 800 Hm, 2.00 h
Sonntag, 25.07.2010
Wir nehmen Abschied von unseren netten Wirtsleuten. Die Sonne scheint wieder. Gemächlich fahren wir über die bereits bekannte Route nach Oberdraudorf – besichtigen dort die Altstadt – und weiter nach Lienz. Dort schlendern wir durch die Straßen und essen zu Mittag, bevor wir endgültig unsere Heimreise antreten.
Fazit:
- Die Karnischen Alpen bestechen durch eine unglaubliche Blumenpracht
- Das Lesachtal eignet sich bestens, um Karnische und Gailtaler Alpen kennen zu lernen
- Es sind nur wenige Touristen unterwegs – meist beschränken sie sich auf den Karnischen Höhenweg
- Es gibt ein vielfältiges Wegenetz zum Biken und Wandern
- Die Übernachtungsmöglichkeiten sind preiswert und nett
- Häuser sind schön hergerichtet und der Mühlenweg sollte auf jeden Fall besucht werden
Kosten: insg. 300 Euro
Anfahrt: 250 km
