Fr 1 Mai 2009
Skitouren Vernagthütte
Gebloggt von Angela unter Skitouren
Von den Rofenhöfen, 2.014 m steigen wir, Carola, Markus und ich bei strahlendem Wetter mit den Fellen hinauf zur Vernagthütte, 2.766. Es gibt zwar immer wieder schneelose Stücke, aber mit etwas Vorsicht gelingt es, ohne Abschnallen zu gehen. Auf der Hütte treffen wir noch unsere beiden Mitgeher Thomas und seinen Vater Jürgen aus Sachsen. Bereits am Parkplatz sind wir Herbert-Maria und einem Mitglied der Sektion Oberland überraschend über den Weg gelaufen. Nach Bezug unseres Quartiers und einer längeren (Warte-)Pause ersteigen Markus, Michael und ich noch die nahe Guslar-Spitze, 3.151 m.
In der Nacht hat es ein wenig geschneit, das Wetter ist zwiespältig. Unser Ziel heute ist die Hochvernagtspitze, 3.530 m. Irgendwie laufen wir aber zu weit nach Westen und stehen deshalb vor einem Felsriegel, dahinter der Abgrund, links von uns die Schwarzwand-Spitze und rechts hinter einem Felsriegel unerreichbar unser Gipfel. Also wieder zurück – bei herrlichem Pulverschnee und um einen Felsriegel rum. Felle werden wieder angeschnallt und hinauf geht es. Das Wetter wird zunehmend schlechter und irgendwann gebe ich die Spurarbeit auf: Ich sehe nur noch weiß, vor mir, links, rechts, oben, unten. Ich habe keine Orienierungspunkte mehr, keine Felsen, nichts. Ich verweigere. Die Gruppe hinter uns holt uns bald ein, versucht es mit Kompass und Karte, kehrt um. Markus probiert es noch ein wenig. Dann geben wir auch wir auf und fahren nach einer längeren Pause hinunter zum Felsriegel.
Plötzlich wird die Sicht besser, wir, Markus, Carola und ich beschließen einen weiteren Versuch. Wieder zieht es zu, aber in einem kurzen Sichtfenster erkennen wir, wo es weitergehen muss und erreichen schließlich tatsächlich den Gipfelgrad. Vorher ist allerdings ein steiler Hang zu queren, der aufgrund der Neuschneefälle nicht unproblematisch ist.
Bei der Abfahrt ganz oben verliert Carola einen Ski, der in unglaublicher Geschwindigkeit talwärts schießt. Obwohl sich Markus und ich sofort auf die Suche machen, bleibt diese ergebnislos. Carola quält sich zu Fuß zur Hütte zurück.
Unser letzter Tag ist angebrochen und strahlendes Wetter begrüßt uns am Morgen. Die ganze Hütte ist im Aufbruch, schließlich wollen die meisten auf die Wildspitze oder einen Übergang Richtung Similaun machen. Wir geben uns bescheidener, die Heimfahrt wartet auch noch auf uns. Carola konnte sich vom Hüttenwirt Schneeschuhe ausleihen und so gehen wir gemeinsam los Richtung Fluchtkogel, 3.500 m. Bald zieht es sich auseinander und so warte ich bei herrlich warmem Wetter am Gipfel. Nach und nach trudeln alle ein.
Das Wetter verlockt dazu, die Tour noch etwas auszudehnen. Carola marschiert wieder zur Hütte zurück, während wir Anderen in den Kesselwandferner abfahren Richtung Hochjochhospiz, 2.412 m. Wir müssen aber nicht ganz hinunter, sondern können bereits auf 2.700 m die Felle anschnallen und nochmals zur Guslarspitze aufsteigen. Auf bereits bekanntem Weg geht es hinunter zur Hütte. Dort ausgiebiges Packen und Speisen -Maria und ihr Gast kommen bereits zurück von der Wildspitze – und schließlich ab ins Tal. Carola ist bereits vorausmarschiert und wartet am Auto.
Der Schnee ist mittlerweile ziemlich abgeschmolzen und wir müssen oberhalb der Materialseilbahn tragen, aber überraschenderweise geht es weiter als gedacht. Wie vereinbart ist Carola bereits da und bald sitzen wir im Auto, um nach Hause zu fahren. 3 herrliche Tage gehen zu Ende.
