Mi 4 Jun 2008
Eine Woche Lissabon
Gebloggt von Angela unter Reisen
In der Woche 28. Mai bis 4. Juni stand das Treffen mit den MBE-Mädels an. Wie üblich nur 4 Tage, aber W. und ich entschieden uns für eine Verlängerung. Der Grund: Ein Billigflug für eine Woche Lissabon kostete für 1 Woche € 99,00, während 4 Tage € 199,00 kosten sollten. Da fiel uns die Wahl leicht! Die Differenz konnten wir leicht für einige Tage mehr Hotelübernachtungen nutzen. Im Internet entschieden wir uns für das Hotel Residencial Florescente, zentral gelegen. Diese Unterkunft ist sehr sauber, mit Frühstücksbüffet, kleinen Zimmern und günstigen Preisen. Wir bezahlten pro Nacht € 60,00 für das Doppelzimmer incl. Frühstück. Einziger Nachteil: Es ist an einer Touristenstraße gelegen, zwar eigentlich Fußgängerzone, aber Müllabfuhr jede Nacht um 3.00 Uhr, ab 4.00 Uhr Lieferverkehr für die Geschäfte und betrunkene Touristen die ganze Nacht. Zudem ist das Hotel selbst sehr hellhörig. Da braucht es einen guten Schlaf oder wenigstens gute Nerven.
Von Lissabon selbst waren wir begeistert: Die Gebäude, ob renoviert oder nahezu verfallen üben einen unglaublichen Charme aus, die vielen Gassen, Treppen, Aufzüge und Hügel dieser Stadt lassen Erkundigungen kurzweilig werden, obwohl viele Kilometer und mancher Höhenmeter zu bewältigen sind. Mit Metro, Bus, Strassenbahn und Zug kommt man auch ohne Auto bestens zurecht. Eine Tageskarte für € 4,00 ist angenehm und billig. Auch vom Flughafen kommt man auf diese Weise problemlos und schnell in die Stadt. Allerdings mussten wir am Abflugtag fast eine Stunde warten, bis endlich ein Bus zum Flughafen ging - trotz 20-minütigen Fahrplanintervallen.
Essen macht großen Spaß, gibt es doch eine unüberschaubare Anzahl großer und kleiner Restaurants und Cafes. In Touristengegenden allerdings zahlt man den üblichen Zuschlag und nicht immer ist das Essen besonders. Natürlich empfehlen sich in Lissabon besonders Fischspeisen. Die Auswahl wird dem nicht portugiesisch sprechenden Touristen verhältnismäßig leicht gemacht, weil viele Speisekarten in englisch, spanisch, französisch und deutsch bereit liegen. Besonders geschmeckt hat es uns im Restaurante Coutada, in der Rua da Bempostinha 18, Campo Santana. Die Fischspiesse sind ausgezeichnet und der Preis? Für 2 Personen haben wir mit Wein und Nachspeise € 35 bezahlt. Ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.
Ein Ausflug nach Sintra lohnt sich ebenfalls: Nicht umsonst zählt dieses Städtchen zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Die alten Villen der Adligen und Könige, der Nationalpalast, die Gassen und Läden der Altstadt lassen reichlich den Fotoapparat klicken. Wer gut zu Fuß ist, sollte zum Maurenkastall wandern. Gut und billig (Einzelfahrt: € 1,65) ist Sintra mit dem Zug von der Innenstadt Lissabons erreichbar.
Sparen dagegen kann man sich die Reise nach Estoril. Dort gibt es zwar das größte Kasino Europas, aber selten habe ich einen scheußlicheren Betonbau gesehen. Untertags ist er nicht mal offen, durch die Scheiben scheint die Ausstattung v.a. schwarz zu sein und erinnerte mich eher an ein Mausoleum als an ein Spielcasino. Die Stadt selbst gibt nicht viel her, außer man ist Sonnenanbeter: Von der Bahnstation sind es nur wenige Schritte zum Strand.
Ebenfalls enttäuschend verlief der Ausflug ins größte Outlet Shopping Center Europas Freeport. Dieses ist erreichbar mit der Metro bis Oriente und Bus über die Vasco da Gama-Brücke. Diese Brücke zählt zu den längsten ihrer Art und beginnt direkt am Expo-Gelände. Das Outlet Shopping Center weist zwar eine Vielzahl an Geschäften auf. Viele sind allerdings geschlossen und nur wenige Besucher tummeln sich auf dem Gelände.
In Lissabon selbst sollte man unbedingt mindestens einen Tag einplanen zum Streunen durch die vielen Gassen in Bairro Alto.
Die Straßenbahnfahrt mit der Linie 28 schont die Füße und gibt einen ersten Eindruck dieser Stadt mit Blick auf Meer und bergauf/bergab. Ein weiteres Highligt sind Belem mit dem Hieronymuskloster und der Hafenanlage. Wer Zeit genug hat, der sollte das ehemalige Kraftwerk an der Uferpromenade besichtigen - es ist sehr liebevoll hergerichtet und verschafft einen guten Eindruck, wie Transport und Verarbeitung der Kohle zu Energie erfolgte.
Vom Castelo de S. Gorge hat man einen grandiosen Blick über Lissabon und kann die Burganlagen besichtigen.
Ein kleiner Tipp am Rande: Nehmen Sie so wenig Geld wie möglich mit sich und lassen Sie auch Ihre Ausweispapiere an einem sicheren Ort. Mir wurden im Cafe Antiga Confeitaria in Belem € 80 aus der Hosentasche geklaut, ohne dass ich es überhaupt bemerkt habe. Aber auch Einheimische werden nicht verschont: An einer Gartenbank in der Nähe des Hafengeländes fanden wir eine leere Brieftasche mit sämtlichen Ausweispapieren, die man sich vorstellen kann. Diese Dokumente übergaben wir dem nächsten Polizisten.
Ein Bilderalbum von Silvia findet sich bei Pixum . (Passwort abm)
